Enttäuschend

Bei einer derart aufgeladenen Stimmungslage, wie sie zurzeit beim Thema Wolf in Teilen der Bevölkerung vorherrscht, würde sich vermutlich so mancher Leser wenigstens auf die journalistische Sorgfaltspflicht seiner Tageszeitung verlassen können.

Mit der leicht widerlegbaren Behauptung, es gäbe gegen Wölfe für Weidetierhalter „keinen wirkungsvollen Schutz für die Tiere“, spielt Jürgen Ackmann, Redaktionsleiter des Bersenbrücker Kreisblattes der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ), jedoch all denen in die Hände, die den „Lügenpresse-Vorwurf“ nicht ganz so abwegig finden. (*1)

Mit nur wenigen Klicks im Netz findet man nämlich unzählige Beispiele von Nutztierhaltern in Wolfsgebieten, die ihre Tiere bereits seit Jahren mit wirksamen Herdenschutzmaßnahmen erfolgreich gegen Wolfsübergriffe schützen.

Nach einer Bevölkerungsbefragung der Universität Mainz vom Oktober/November 2016 stimmten dem Vorwurf “Die Bevölkerung in Deutschland wird von den Medien systematisch belogen” immerhin mehr als die Hälfte der Befragten voll oder zumindest teilweise zu. (*2)

Als wären das nicht bereits genug…

Den entsprechenden NOZ- Artikel finden Sie unter Nutzung dieses Links!


“Der grundgesetzlich garantierten Freiheit der Presse steht ein ebenso hohes Maß an Verantwortlichkeit gegenüber.”

Rita Süssmuth


Quellen (abgerufen am 13.4.2018):

(*1) NOZ am 13.4.2018:„Kalb in Merzen gerissen: War es ein Hund oder ein Wolf?“ von Jürgen Ackmann

(*2) Uwe Krüger in „Lügenpresse“ von Volker Lilienthal, Irene Neverla (Hg.), Seite 249