39 tote Schafe und ein gerissenes Shetlandpony-Fohlen

39 Schafe wurden unlängst bei zwei Angriffen auf eine Schafherde bei Hünxe (Kreis Wesel im nordrhein-westfälischen Regierungsbezirk Düsseldorf) getötet. Laut des betroffenen Schäfers Maik Dünow habe hier ein Wolf (von Wolfsbefürwortern wird die standorttreue Wölfin als „Gloria“ bezeichnet) nun zweimal “hundertprozentigen Herdenschutz” überwunden. Dünow fordert deshalb die “Entnahme” der mutmaßlichen Täterin.

Eine derartige Forderung ruft – wen wundert es – regelmäßig Wolfsfreunde auf den Plan. Einer von ihnen, so ist im Netz nachzulesen, sah sich dementsprechend vor Ort um. Stimmen seine Angaben, woran wenig Zweifel bestehen dürfte, dann traf er auf einen Zaun, der anscheinend keinen Strom führte und zudem auf völlig verunsicherte Herdenschutzhunde (HSH). Weiteren unbestätigten Angaben im Netz zufolge sollen diese Hunde außerdem noch recht jung gewesen und auch nur ausgeliehen gewesen sein.

Ersten Medienmeldungen und auch dem WDR-Beitrag zufolge, handelte es sich zum Zeitpunkt des zweiten Übergriffs außerdem nur um zwei Hunde für 350 zu schützende Schafe. Dabei ist es fast schon eine Binsenweisheit, dass es für die ersten 100 Schafe zwei erfahrene HSH braucht und für je 100 weitere Schafe jeweils einen weiteren HSH. Junghunde stellt man dann ggf. ergänzend dazu, damit sie ihre Aufgabe von den erfahrenen Herdenschutzhunden erlernen.

Spätestens nach dem ersten Angriff hätte Dünow dann auch zusätzlich noch einen Schutzzaun von 120 cm benötigt (siehe hier!). Sein Ruf nach der „Entnahme“ von Wölfin „Gloria“ kommt all diesen Angaben zufolge dementsprechend also viel zu früh!

Das Pferdemagazin St. Georg berichtete ferner von einem Minishetland-Ponyfohlen in Stöcken (Heidekreis), das offenbar von einem Wolf gerissenen wurde. Letzten Mittwoch entdeckten die Besitzer den Kadaver des Fohlens auf der Weide neben seiner Mutter.

Angeblich habe das Umweltministerium des Landes Niedersachsen den Riss bereits amtlich bestätigt. Offensichtlich allerdings, ohne die übliche DNA-Analyse abzuwarten.

FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau wetterte: „Jetzt muss auch dem letzten Menschen klar werden, dass der Wolf eine echte Bedrohung für Weidetiere ist. Wir werden nicht ruhen, ehe geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um unserer Pferde vor diesem Raubtier zu schützen.“

Ob das als Aufforderung an alle Pferdehalter zu verstehen ist, nun alle Pferdekoppeln wolfsicher zu zäunen, ist jedoch nicht überliefert.

Aus dem mutmaßlichen Übergriff auf das Minishetland-Ponyfohlen ist eine solche Forderung aber auch nicht abzuleiten. Erwachsene Minishetland-Ponies haben laut Wikipedia eine Schulterhöhe von maximal 87 cm, Schafe von rund 65 bis 125 Zentimeter.

Daran sollte denken, wer nun eine Alarmstufe für alle Pferde aus dem Vorfall ableiten will.


Quellen (alle abgerufen am 17.12.2018):

(*1) www1.wdr.de am 14.12.2018: „Wolfsgebiet: Dutzende tote Schafe in Hünxe“, hier der Link!

(*2) st-georg.de am 14.12.2018: „Ministerium bestätigt: Ponyfohlen in Niedersachsen von Wolf getötet“ von Jana Herrman, hier der Link!

(*3) wolf.nrw: „Umgang mit “auffälligen Wölfen”, hier der Link!


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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