Fehlerhafter Beitrag: Jetzt hat es auch die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) „erwischt“…

Manche Zeitungsartikel werden gedreht, gewendet, genutzt und ausgewrungen, bis die Schwarte kracht. Ein Indikator für die Qualität der Inhalte? Nicht, wenn peinliche Fehler sogar noch Monate nach dem Erscheinen eines Artikels erneut veröffentlicht werden. Wie jetzt bei der NOZ.

Der Artikel von Simona Block, der bereits im April von verschiedenen Zeitungen veröffentlicht wurde (u.a. Zeit-Online (*1), Nordwest-Zeitung, Schweriner Volkszeitung) erreichte jetzt am 17. Juni endlich auch die Printausgabe der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ).

Mal abgesehen davon, dass in dem Artikel so manch merkwürdig anmutende Aussage zu finden ist, wie, … „hohe Schutzzäune mit Stacheldraht oder Gummigeschosse zur Vertreibung schreckten Wölfe nicht ab, …das sehen wir zur Genüge“…, ist er immer noch da, der zentrale Fehler. Zitat:

…„Die Oberlausitz hat mittlerweile die größte Wolfsdichte in ganz Europa, der Bestand mit mehreren Rudeln auf vier Quadratkilometern ist mittlerweile dichter als von Experten für möglich gehalten.“…

Mehrere Rudel auf vier Quadratkilometern also. Eine Behauptung, die seinerzeit sogar einen der bedeutendsten Wolfsexperten Deutschlands, Ulrich Wotschikowsky, auf den Plan rief. Er kommentierte:

…“Die vom Monitoring geschätzte Rudeldichte liegt bei einem Rudel pro 200 (zweihundert!) Quadratkilometer – eine abenteuerliche Diskrepanz!

Einem aufmerksamen Journalisten hätte das auffallen müssen. Aber nein – einer schreibt vom anderen ab, ohne nachzudenken. Die absurde Zahl ist inzwischen in mehreren Printmedien aufgetaucht.” (*2)

Hätte auffallen müssen!

Aber auch noch rund zwei Monate nach der Erstveröffentlichung druckt die NOZ diesen offensichtlichen Fehler erneut.

Mit den aufmerksamen Journalisten scheint es also manchmal nicht so weit her zu sein…

Mal abgesehen davon, dass die NOZ ihren Lesern mit diesem Beitrag nicht nur einen durchgereichten Fehler, sondern auch noch reichlich „abgestandene Ware“ serviert.

So dreist kann man wohl nur mit seinen Lesern umgehen, wenn man als Regionalblatt im Vertreitungsgebiet quasi über eine Art “Monopol” verfügt…


Quellen (beide abgerufen am 22.6.2019):

  1. Lingener Tagespost (NOZ-Printausgabe) am 17.6.2019, Seite 10 (Reportage): „Zwischen Angst und Resignation“ von Simona Block
  2. zeit.de am 25. April 2019: „Leben mit dem Wolf im Osten“, Quelle dpa, hier der Link!
  3. woelfeindeutschland.de am 21.5.2019: Sachsen: mehrere Rudel auf 400 Hektar? Von Ulrich Wotschikowsky, hier der Link!