“Kein verbessertes Zusammenleben von Wolf und Mensch, wenn geschossen wird”…

Zu diesem Schluss kommt Julia Koch diese Woche im Magazin „Der Spiegel“. Koch schreibt vom Wolf als „Geburt eines modernen Fabelwesens“, das aktuell besonders durch die niedersächsische CDU-Abgeordnete Silvia Breher, dem AFD-Abgeordneten Karsten Hilse und von „FDP-Mann“ Karlheinz Busen „im grauen Jägerjanker“ zur Gefahr heraufbeschworen werde, die bejagd werden müsse.

Doch Studien zeigten: Auch eine regulierte Jagd auf Wölfe beendet den Dauerzwist zwischen Wolfsgegnern und Befürwortern nicht. Darauf wiesen Beispiele aus den skandinavischen Staaten hin, wie John Linnell, Biologe am Norwegischen Institut für Naturforschung in Trondheim und Namensgeber des bekannten „Linnell-Reports“ (welcher die von vielen befürchtete Gefährlichkeit von Wölfen statistisch NICHT bestätigt), gegenüber dem Spiegel feststellt.

„Politiker und Wolfsgegner machen den Menschen Angst, um sie zu manipulieren“, so Linnell. „Das ist zynisch und schmutzig, aber der Trick wird oft angewandt, einfach weil er so gut funktioniert.“

Diese wenigen Worte des Experten dürften die Zeilen, die im aktuellen Koalitionsvertrag der beiden deutschen Regierungsparteien zum Wolf zu finden sind, in einem etwas anderen Licht erscheinen lassen.

Dort wo die grauen Beutegreifer nie ausgerottet waren, habe Linnell das alles ganz anders erlebt: „Die Nutztierhalter dort mögen die Wölfe nicht“, so der Biologe, „doch für sie sind sie Teil der Natur – wie Wind, Regen und der Wechsel der Jahreszeiten.“

Und auch für das Argument vieler Wolfsgegner und Politiker, Wolfsabschüsse würden die Akzeptanz der Beutegreifer in der Bevölkerung erhöhen, mangele es an wissenschaftlichen Beweisen. Zu diesem Schluss kommt Yaffa Epstein von der schwedischen Universität Uppsala.


Quelle: Der Spiegel Nr. 10/2018 vom 3.3.2018, Julia Koch: „Gefährliche Märchen“, Seite 104 f.


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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