Jetzt steht fest: Jagdverband will Wolf im Jagdgesetz

Nun ist die “Katze aus dem Sack”: Der Deutsche Jagdverband (DJV) spricht sich in einer heute veröffentlichten Meldung dafür aus, den Wolf ins Bundesjagdgesetz aufzunehmen. Die Begründung dafür ist allerdings wie schon in mannigfachen Stellungnahmen des Verbandes zum Wolf zuvor: Lückenhaft, einseitig und unsauber.

Wer wie der Jagdverband nämlich damit argumentiert, dass es im Jahr 2007 bundesweit etwa 100 verletzte oder getötet Nutztiere gegeben hat und 10 Jahre später sogar bereits die 10-fache Zahl, aber gleichzeitig verschweigt, dass sich die Zahl der Wolfe zwischenzeitlich ebenfalls verzehnfacht hat, muss sich vorwerfen lassen lückenhaft zu argumentieren.

Und wer wie dieser Jagverband vor einer (allein aufgrund der Wölfe nicht wirklich notwenigen) „Verdrahtung“ der Landschaft aus ökologischen Gründen warnt, gleichzeitig aber die massenhafte Zäunung junger Forstkulturen in unseren Wäldern wegen der hohen – vornehmlich aus jagdlichen Gründen „gezüchteten“ – Schalenwilddichte billigend in Kauf nimmt und verschweigt muss sich vorwerfen lassen, einseitig zu sein.

Und wer abschließend den Anschein erwecken will, es müsse flächendeckend eine „Aufrüstungsspirale“ in Gang gesetzt werden und Küstendeiche und Almen seien nicht vor Wölfen zu sichern, argumentiert überdies unsauber. Die Gruppe Wolf Schweiz (GWS) zum Beispiel könnte dem Jagdverband schon erklären, wie die Bergweide bei Anwesenheit von Wölfen funktioniert.

Die Wahrheit aber ist: Es bedarf keines Wolfes im Bundesjagdrecht und vermutlich nur seltener ordnungsrechtlicher Eingriffe bei echten „Problemwölfen“. Insofern ist die nun angestoßene Diskussion des Deutschen Jagdverbandes mehr als überflüssig.

Brandenburg und Südwestdeutschland haben das richtig erkannt und halbwegs angemessene eigene Lösungsansätze entwickelt. Dieser „Lösungswettbewerb“ der Länder sollte am Ende wesentlich bessere, zweckmäßigere und vielfältigere Ergebnisse hervorbringen, als die zweifelhaften und einsilbigen Vorschläge dieses Jagdverbandes.

Die mangelhafte Argumentationstiefe dort ist erschreckend und nur schwer zu ertragen. Viele Begründungen der Jagdfunktionäre stehen wahrnehmbar auf tönernen Füßen.

Im Netz hat sich dagegen aus der Facebook-Gruppe „Schützt die Wölfe“ spontan eine Online-Petition entwickelt: Hier der Link! (*1)

Unter Nutzung dieses Links finden Sie die aktuelle Meldung des Jagdverbandes! (*2)


Quellen (beide abgerufen am 11.4.2018:

(*1) Change.org: „Keine Aufnahme der Wölfe in das Jagdgesetz“

(*2) DJV am 11.4.2018: „Wolf soll ins Bundesjagdgesetz“


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com


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