Deutscher Jagdverband keilt gegen Tierrechtler

Statt sich der eigenen notwenigen inhaltlichen Runderneuerung zu widmen, keilt man beim Deutschen Jagdverband (DJV) nun offenbar lieber gegen extreme Tierrechtslobbyisten und läuft so Gefahr, zunehmend selbst ins Extreme abzugleiten.

Die Beleidigungen und Drohungen, die gegen die Bloggerin und Jägerin Sinah B. im Netz geäußert wurden, nachdem sie sich dort mit einem erlegten Fuchs gezeigt hat, sollen hier keineswegs schön geredet werden. Sie sind in Ihrer Schärfe und Form mitnichten in Ordnung und keinesfalls hinnehmbar. Als Blogger weiß ich, wovon ich rede.

Dennoch kann die Empörung gegen die Jägerin auch als Indikator dafür gewertet werden, wohin sich das gesellschaftliche Bewusstsein gerade wandelt. Nachzulesen beispielsweise bei Förster Peter Wohlleben oder dem Philosophen Richard David Precht.

Und da der DJV nun scheinbar lieber „austeilt“ und sich den Vorwürfen, wie beispielsweise einer unnötigen Beutegreiferjagd, inhaltlich nicht stellt sowie andernorts auch noch unentwegt die eigentlich sinnlose Bejagung des Wolfes fordert, lassen die Jagdfunktionäre den Eindruck zu, dass sie mit ihren aktuellen Vorwürfen eher von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken gedenken.

Und wenn dann DJV-Präsident Hartwig Fischer in einer Pressemeldung des eigenen Verbandes auch noch mitteilen lässt, dass Tierrechtsanhänger offensichtlich Schwierigkeiten hätten, die Natur so zu akzeptieren, wie sie sei, dann muss er sich postwendend diesen Vorwurf selbst gefallen lassen: Denn durch die (nicht nur) vom DJV wiederholt geforderte „Bestandsreduzierung“ von Wölfen wird das Problem der Nutztierübergriffe am Ende aller Wahrscheinlichkeit nach nämlich sogar noch größer statt kleiner.

Das liegt offenbar so in der Natur des Wolfes. Wenn man sie so akzeptiert, wie sie ist…

Just my two cents…

Jürgen Vogler


P.S.: „Oberflächlichkeit – Manchmal ist das Wasser dunkel, obwohl es nicht tief ist. Meistens ist es dann einfach dreckig.“

Elisabeth S. Pichler


Quelle: jagdverband.de am 15.6.2018: „Die dunkle Seite der Tierrechte“, abgerufen am 16.6.2018, hier der Link!