Extremposition als angeblicher „Mittelweg“

Beim letzten Mal, als sich gleich mehrere Wolfsberater öffentlich zur Wort meldeten (hier!), wollten einzelne Landtagsabgeordnete aus Niedersachsen ihnen die Neutralität absprechen. Der CDU-Politiker Frank Schmädeke klagte beispielsweise öffentlich: „Wir lassen und die Sache von solchen Leuten nicht kaputtmachen”. Jetzt glaubte erneut ein „Wolfsberater“ das Wort öffentlich ergreifen zu müssen. Der hat allerdings einen jagdlichen Background. Und wo bleibt Schmädeke?

Die Einlassungen von Wolfsberater Helge Stummeyer zeigen nämlich sehr gut, dass weder ein Jagdschein, noch ein wenige Tage dauernder Wolfsmonitoring-Kurs zwangsläufig tiefergehendes Wolfs-Know-how zur Folge haben müssen.

Jäger Stummeyer spricht von einem „Mittelweg“ beim polarisierenden Thema Wolf und fordert nichts weniger, als den Schutzstatus des Beutegreifers herabzustufen, die Aufnahme ins Jagdrecht vorzunehmen und Wölfe auch tatsächlich zu bejagen.

Das, lieber Herr Stummeyer, ist KEIN Mittelweg. Das ist eine unnötige und überflüssige EXTREMPOSITION!

Dafür, dem ärgsten Konkurrenten des Mitjägers Wolf zu erlauben, dessen Population selbst zu regulieren, spricht fast nichts. Schon gar nicht die Logik und erst recht nicht das deutsche Jagd- und Reviersystem.

Offenkundig klügere Jäger als Stummeyer, wie zum Beispiel „WILD UND HUND“- Chefredakteur Heiko Hornung, haben das längst erkannt.

Angesichts der Gefahr, dass mit dem Wolf die Jagd in ihrer derzeitigen Form als Ganzes infrage gestellt werden könnte, werde der Wolf im Jagdrecht für Hornung zum „Trojaner“ (siehe hier!).

Doch wie kommentiert nun eigentlich der Landtagsabgeordnete Schmädeke die neuerliche öffentliche Einlassung eines niedersächsischen Wolfsberaters zum Thema? Wie war das nochmal mit „solchen Leuten“?


Quelle: kreiszeitung.de am 1.3.2019: „Wolfsberater rät: Abschüsse von Problemtieren erleichtern“, abgerufen am 1.3.2019, hier der Link!