Verlässt der Olaf sein „sinkendes Schiff“?

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern und mehrere Gazetten veröffentlichten es bereits: Niedersachsens amtierender Umweltminister Olaf Lies scheint sein Amt aufzugeben und als Chef-Lobbyist zum Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zu wechseln. Für das Wolfsmanagement in Niedersachsen wäre das kein Verlust. Im Gegenteil!

Wenn Olaf Lies das „Wolfsparkett“ in seiner Amtszeit als Umweltminister betrat, dann war da stets viel Meinung zu vernehmen und wenig faktenbasiertes Know-how. Missliebiges Faktenwissen – so hatte man den Eindruck – störte den von Lies entschlossen eingeschlagenen und großspurig verfolgten Weg nur.

Und deshalb erschien er zuletzt nicht wenigen eher wie ein Umweltminister-Darsteller.

Nun hat man es in der Politik ja nicht selten mit Köpfen zu tun, die glauben, eine starke Behauptung sei manchmal wichtiger als ein schwacher Beweis.

Was allerdings die Wolfspolitik in Niedersachsen betraf, so hat dieser Minister mitunter nachhaltig viel Porzellan zerschlagen.

Wolfskompetente Fachleute verließen den Arbeitskreis Wolf. Die im Januar verfügte und kürzlich erneuerte Abschussverfügung für den Rodewalder Wolfsrüden verstimmte Wolfsexperten, Wolfschutzvereine und namhafte Naturschutzverbände im ganzen Bundesgebiet. Auch ein Rechtsverfahren diesbezüglich ist noch nicht abgeschlossen, das letzte Wort in dieser Sache also noch nicht gesprochen.

Die von Lies lautstark angekündigten Strukturreformen zur Verbesserung der Herdenschutz-Präventions- und Schadensbearbeitung verliefen offenkundig im Nichts (noch heute berichtete eine Nienburger Zeitung davon, dass erst ein Viertel der entsprechenden Anträge bearbeitet worden sei). (*1)

Und selbst politische “Wegbegleiter”, so zum Beispiel die Fraktionsvorsitzende der Grünen im niedersächsischen Landtag, Anja Piel, bezeichnen Olaf Lies wenig anerkennend als „Ankündigungsminister, der – wenn er liefern soll – flüchtet“. (*2)

Das sei das, was hängen bleibe…

Für mich fehlte auch jegliche SPD-Handschrift im sichtbaren Handeln dieses Ministers. Opportunismus hingegen war jederzeit spürbar.

Warum sollte das gerade jetzt, wo ein Job winkt, der (laut spiegel.de) mit einem Jahreseinkommen von rund einer halben Million Euro vergütet sein dürfte, anders sein?

Just my two cents…


P.S.: Ach ja, waren wir nicht die letzte Generation, die den Klimawandel verhindern kann? Wir wünschen dem/der Nachfolger/in ausgesprochen viel Erfolg!


Quellen (abgerufen am 2.8.2019):

(*1) dieharke.de am 2.8.2019: “Bisher kaum Tierhalter entschädigt“, hier der Link!

(*2) ndr.de am 2.8.2019, 18:00 Uhr: Filmbeitrag – „Piel: “Wenn Lies liefern soll, flüchtet er”, hier der Link!