Treffen der Umweltminister: Denkzettel für Olaf Lies

Heute auf dem Frühstückstisch: Die aktuelle Ausgabe der NOZ, in der Gunars Reichenbachs über das Umweltministertreffen in Bremen berichtet und dabei einen tiefen Riss beim Thema Wolf zwischen den Bundesländern ausgemacht haben will, bei dem der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) offenbar eine (erwartbare) Lehrstunde erhielt.

Er und einige andere Umweltminister (die Rede ist von Brandenburg, Sachsen, Meck-Pomm und dem Saarland) stießen nämlich mit ihrem Antrag, Betroffenen mehr Spielräume für die Entnahme auffälliger Wölfe zu geben, auf eine „Phalanx der anderen Bundesländer“ und – das sei ausdrücklich erwähnt – mit diesem Vorschlag auch auf wenig Gegenliebe bei Parteikollegin und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (ebenfalls SPD).

Schulze will lieber den Herdenschutz stärken, eine Wolfsentnahme sei und bleibe eine „absolute Ausnahme.“ Die entsprechende Enttäuschung war Lies – nach den Worten Reichenbachs – „in seinem Gesicht“ abzulesen. Es bestand demnach…“keine Chance für Niedersachsens Lies und seine Mitstreiter, die Position der Tierfreunde aufzuweichen…“ .

Unterstützung erhielt Lies in Bremen offenbar in einigen Punkten von Bayerns Umweltminister Marcel Huber, was am Ende die inhaltliche Zerrissenheit der Sozialdemokraten nach außen sogar noch weiter unterstreichen dürfte.

Wofür, mögen sich Beobachter fragen, steht die SPD denn nun eigentlich? Beim Thema Wolf gibt es darauf offensichtlich keine einfache Antwort.

Olaf Lies will unterdessen nicht aufgeben und schließt offenbar auch nicht aus, Schlupflöcher des Bremer Beschlusses – der seiner Ansicht nach nicht ausreicht – zu suchen und zu nutzen.

Vielleicht sollte er sich vorher jedoch einmal – um nicht für weitere Verwirrung zu sorgen – mit seiner Parteigenossin Svenja Schulze abstimmen…

Just my two cents…

Jürgen Vogler


Quelle: NOZ, Samstag den 9. Juni 2018, Rubrik Nordwest: „Länder uneins über Umgang mit Wolf“ von Gunars Reichenbach