Bund richtet Beratungs- und Dokumen- tationsstelle „Wolf“ ein

Es lag bereits in der Luft. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) kündigte nach neuesten Presseberichten zum Abschluss der Umweltministerkonferenz der Länder im oberfränkischen Bad Staffelstein die Einrichtung einer deutschlandweiten „Beratungs- und Dokumentationsstelle Wolf“ ein. Nachdem bereits der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) seit längerem eine nationale Wolfsstrategie forderten und zuletzt auch der Niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) diesen Vorschlag unterstützte, darf man nun gespannt sein, wie die Stelle organisatorisch und finanziell ausgerichtet sein wird. Die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gitta Connemann (CDU), forderte bereits im März vor dem Hintergrund erster “verhaltensauffälliger Wölfe” in Deutschland Bundesagrarminister Christian Schmidt in einem Brief dazu auf, einen Bundes-Aktionsplan Wolf aufzustellen und eine „Task-Force Wolf“ auf Bundesebene einzurichten, da das Wolfsmanagement „offenkundig eine Koordination durch den Bund“ benötige. Nun scheint es so, als würden den Worten Taten folgen.

Kommentar

Es kommt nun also Bewegung in das Wolfsmanagement. Nachdem in Niedersachsen nun bald beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ein Wolfsbüro mit drei Stellen eingerichtet wird und der Umweltminister Schleswig- Holsteins, Robert Habeck (Grüne) erst kürzlich ankündigte, das Wolfsmanagement in seinem Land zu professionalisieren, wird man nun auch auf der „Bundesebene“ aktiv. Bei so viel öffentlichem Engagement, das letztlich der Steuerzahler tragen wird, wäre es vielleicht an der Zeit für die stets fordernden Verbände, ihren finanziellen Beitrag zur Verbesserung des Wolfsmanagements in Deutschland ebenfalls zu überdenken und ggf. aufzustocken.

Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler