Traurige Bilanz

Immer unverhohlener forderten Jagdfunktionäre in der jüngsten Vergangenheit öffentlich den jagdlichen Zugriff auf den Wolf. Dabei erscheint nichts widersinniger, als die exzellenten tierischen Schalenwildjäger ausgerechnet in die Obhut ihrer größten jagdlichen Konkurrenten zu stellen. Im Gegenteil, das Zusammenleben mit großen Beutegreifern, wie mit Wölfen, Luchsen und Bären, muss fachlich und wildbiologisch begleitet und unterstützt werden, sei es beim Monitoring, der wissenschaftlichen Beratung oder auch beim Herdenschutz.

Der Einsatz von „Rangern“ oder auch „Wolfscouts“ könnte hier deshalb ein passender Lösungsansatz sein.

Es darf in diesem Zusammenhang auch nicht verschwiegen werden, dass das vielgepriesene deutsche Jagdsystem, welches sich maßgeblich auf die Hobbyjagd stützt und sich durch das engmaschige Reviersystem in jeglicher Hinsicht als ungeeignet für großräumig agierende Arten erweist, selbst regelmäßig seine Opfer fordert, wie folgende traurigen Ereignisse – allein aus der letzten Woche – beweisen:

  • Letzten Samstag ist ein sechs Jahre altes Mädchen in einer Gartenanlage im thüringischen Großsaara durch einen Schuss, der offenbar aus der Waffe eines Jägers stammte, schwer verletzt worden.

  • Nur einen Tag später wurde ein 31-Jähriger Jogger bei Lauenhagen im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen von einem Geschoss getroffen, als er mit seinen drei Kindern unterwegs war. Wer der Schütze gewesen sein könnte, ist zurzeit noch völlig offen.

  • Am darauffolgenden Tag ereignete sich bei einer Gänsejagd ein tragischer Jagdunfall an einer Teichanlage in der Nähe von Ochtrup (NRW), bei dem ein 52-jähriger Ochtruper ums Leben kam.

  • Zwei Tage später dann wurde ein 56-jähriger Jäger auf einem Feld im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (Thüringen) tödlich verletzt. Er hatte sich gemeinsam mit fünf anderen Jägern an einer Erntejagd auf Wildschweine beteiligt.

P.S.: „Seltsame politische Stille: so viele Sündenböcke und kein Geblöke“

© Vytautas Karalius


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