Immer wieder dieselben Lieder…

Während sich einige, wie nun (erneut) die CDU-Politikerin Gitta Connemann, auf der Grundlage von populistischen Halbwahrheiten ( … „es sei ein Ammenmärchen, dass sich der Wolf von Zäunen aufhalten lasse“) in der Wolfsdiskussion wahrnehmbar „versteigen“, behalten die anderen souverän ihren kühlen Kopf. Gemeint ist damit die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Beate Jessel, die den derzeitigen Umgang mit dem Raubtier für ausreichend hält.

Das Ganze erinnert immer mehr an die aktuelle Klimadebatte, bei der so manch einer die Fakten einfach mal ausblendet, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Da tragen auch die Zahlenspielchen des Beitrag-Verfassers Dirk Fisser nicht zur vollständigen Wahrheit bei. Der blendet aus, dass mehr als drei Viertel der gerissenen Nutztiere vom Vorjahr unzureichend geschützt waren.

Um im Kontext zu bleiben: Natürlich lassen sich Wölfe von Zäunen abhalten. Erst recht, wenn Strom darauf ist und sowieso, wenn Herdenschutzhunde dahinter stehen.

Die eigentliche Denksportaufgabe ist eine andere: Wenn man die Familienverbände der Rudel willenlos zerschießt, wie Connemann mit ihrer „Regulierung“ vorschlägt, erhöht sich die Gefahr, dass sich die Schäden am Ende weitaus vergrößern. Jäger kennen das von Wildschweinen.

Offenbar scheint es jedoch nicht jedem gegeben zu sein, einfaches Hintergrundwissen in den politischen Willensbildungsprozess zu integrieren.

Und so bleibt es dann bei herausposaunten, populistisch anmutenden Halbwahrheiten.

Oder anders: 1:0 für Beate Jessel!


Quelle: noz.de am 1.10.2019: „Behörde: Zäune reichen gegen den Wolf – Union für Abschuss“ von Dirk Fisser, abgerufen am selben Tag, hier der Link!