Wissenschaftlich erwiesen: Höhere Nutztierschäden durch die Jagd auf einzelne Wölfe

Das Internetportal „Forschung & Wissen“ zeigt in einem aktuellen Artikel auf, was aufmerksame Wolfsfreunde längst verinnerlicht haben und nicht nur ignorante Wolfsgegner, sondern offenbar auch so mancher desinformierte Politiker gerne leugnen: Die Jagd auf einzelne Wölfe führt am Ende zu mehr gerissenen Nutztieren. Im Folgejahr um durchschnittlich vier Prozent und sogar um fünf bis sechs Prozent bei Rindern. Ein Grund dafür: Zerschossene und damit instabile Familienstrukturen.

Die Schätzungen der US-Biologen vom Large Carnivore Conservation Laboratory an der Washington State University, die Daten aus Idaho, Montana und Wyoming ausgewertet haben, gehen davon aus, dass gerade einmal 0,1 bis 0,6 Prozent der Todesfälle von Nutztieren auf Wölfe zurückzuführen sind – sofern der Mensch NICHT in die Wolfspopulation eingreift.

Die Daten zeigen, dass sich die Verlustrate unter den Nutztieren sogar verdoppelt, wenn 20 Wölfe einer Region geschossen wurden. Erst wenn mindestens ein Viertel des Wolfsbestandes in einer Region erlegt wird, so die Wissenschaftler, stellt sich auf längere Sicht ein Schutzeffekt für die Nutztiere ein.

Möglicherweise jedoch nur ein nummerischer, so die Vermutung unserer Redaktion, die zudem glaubt, dass vielleicht sogar ein noch größerer negativer Effekt auf die Wolfsbestände in unseren Breiten bereits durch die vielen im Straßenverkehr verunfallten Wölfe ausgelöst werden dürfte.

Flächendeckende Herdenschutzmaßnahmen bleiben trotzdem in Wolfsregionen unverzichtbar und werden deshalb zunehmend auch zu 100 Prozent in weiten Teilen Deutschlands gefördert.


Quelle: forschung-und-wissen.de am 26.4.2019: „Die Jagd auf einzelne Wölfe führt zu mehr gerissenen Nutztieren“, abgerufen am 28.4.2019, hier der Link!

Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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