Anti-Wolfsdemo von Polizei in Potsdam aufgelöst

Der Vorsitzende der Agrargenossenschaft Ziesar, Elard von Gottberg, behauptete gestern anlässlich einer kleinen Demonstration vor dem Brandenbuger Landtag in Potsdam gegenüber der MAZ, dass niemand aus der Politik erklären könne, warum der Wolf unter Vollschutz stehe.

Auf welcher Seite des „Sender-Empfänger-Modells“ es bei der entsprechenden Kommunikation allerdings hakt, kann an dieser Stelle nur vermutet werden.

Denn ebenso wenig hat von Gottberg offensichtlich verstanden, warum die Mini-Demo mit insgesamt sechs Landwirten und einem Kadaver unverzüglich von der Polizei beendet wurde. Ansonsten hätte er sie nämlich vermutlich gar nicht gestartet.

Die MAZ-Antwort auf diese Frage lautet: „Wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsverbot und das Tierkörperbeseitigungsgesetz.“

Der Genossenschafts-Vorsitzende gab noch kurz „zu Protokoll“, dass die anwesenden Demonstranten einfach nicht akzeptieren wollten, dass der Verlust der Kälber zur Normalität werde.

Brauchen sie auch nicht. Eine ratsame Handlungsempfehlung für die Genossenschaftler ist schließlich in der Brandenburger Wolfsverordnung zu lesen. Da heißt es nämlich unter dem Punkt III (Rinder und Pferde) der „zumutbaren Maßnahmen zum Schutz von Weidetierbeständen vor Wolfsübergriffen“:

„Grundsätzlich ist (zum Schutz gegen WolfsübergriffeAnm. d. Redaktion) die Durchführung der gleichen Schutzmaßnahmen wie bei Schafen und Ziegen erforderlich“…  und wenige Zeilen später heißt es: …„Vielfach  reicht  es  aus,  spezielle Abkalbe- beziehungsweise Fohlungsweiden gemäß Punkt I. wolfssicher einzuzäunen.“

Mit diesen wenigen Worten wäre der vermutlich weitreichende Lösungsansatz zum Problem von Elard von Gottberg ganz gut umrissen, sollte man meinen…


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Quelle: Märkische Allgemeine, MAZ-Online am 8.5.2018: „Tierkadaver beschlagnahmt: Polizei löst Anti-Wolfs-Demo vor Landtag auf, abgerufen am 9.5.2018, hier der Link!


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