Österreich: 400 Wolfsrudel oder nur fünf?

Gerhard Heilingbrunner, Obmann des Kuratoriums Wald in Österreich, hat jetzt ein Ampelsystem für Wölfe vorgestellt. Knapp ein Sechstel des Landes käme dementsprechend als Wolfshabitat in Frage, nur dort sollten der jetzt vorgelegten Darstellung nach Wölfe überhaupt geschützt sein.

Die Auswahl der geeigneten Lebensräume erfolgte dabei offenbar nach den Kriterien Walddichte, Wild- und Nutztierdichte sowie Einwohnerzahlen und Infrastruktur. Das bedeutet, dass auf diese Weise nur etwa 5 Rudel mit ungefähr 50 bis 60 Wölfen im Lande geschützt leben könnten.

Diese Zahlen verkennen allerdings, dass es völlig weltfremd ist anzunehmen, ganze Regionen überwiegend mit Vergämungs-Maßnahmen wolfsfrei halten zu können. Mit dieser These entpuppt sich der Vorschlag Heilingbrunners deshalb auch vollständig als Illusion und generell als tauglich für „die Tonne“.

GIS-basierte Analysen des Forschungsinstituts für Wildtierkunde (FIWI) ergaben schon vor einigen Jahren, dass es in Österreich Platz für rund 400 Wolfsrudel gibt (Kurt Kotrschal in seinem Bestseller „Wolf, Hund, Mensch – Die Geschichte einer jahrtausendealten Beziehung“, Seite 104).

Demnach gilt Österreich sogar als das am besten geeignete Siedlungsgebiet für Wölfe in Europa.

In einem Online-Leserkommentar der Kronen-Zeitung zum Beitrag heißt es überdies zum jetzigen Vorschlag:

„Die Wolfsverordnung gehört in den Wald gehängt, damit es der Wolf auch weiß. Am besten auch die WC – Ordnung anbringen, der kann doch nicht überall hinmachen – oder? Heulen nur am Freitag zwischen 18.00 und 20.00 Uhr. Fressgewohnheiten umstellen – auf Vegetarisch. Sind wir in einem Kasperltheater?“


Quelle: Kronen-Zeitung (online) am 1. September 2018: „Neues Ampelsystem: Hier dürfen Wölfe heulen“, abgerufen am 2.9.2018, hier der Link!


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