Mecklenburg-Vorpommern: Verbleib des Lübtheener Rudels derzeit unklar

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern (LM) informiert:

„Wolfsrudel teilen Territorien neu auf“

„Bei den in Mecklenburg-Vorpommern siedelnden Wolfsrudeln gibt es offenbar Veränderungen hinsichtlich der Aufteilung der Territorien. Aktuell sind in Mecklenburg-Vorpommern zwei Wolfsrudel als dauerhaft ansässig nachgewiesen, und zwar in der Kalißer Heide und der Ueckermünder Heide.

 

Ein drittes Rudel hat sich in der Retzow-Jännersdorfer Heide etabliert und lebt grenzübergreifend in Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs. Ein weiteres Rudel, das in der brandenburgischen Kyritz-Ruppiner Heide ansässig ist, erstreckt seinen Aktionsradius in geringem Maße auch auf Mecklenburg-Vorpommern.

Das Kalißer Rudel hat im Sommer 2017 seinen Lebensschwerpunkt auf die Lübtheener Heide ausgedehnt. Aktuellen Telemetriedaten zufolge nutzt das Rudel die Lebensräume der Lübtheener Heide und der Kalißer Heide bis weit nach Brandenburg hinein. Für dieses Rudel konnten 2017 vier Welpen nachgewiesen werden (Quelle: Bundesforstbetrieb Trave – Bundesanstalt für Immobilienaufgaben).

Der Verbleib des bisherigen Lübtheener Rudels ist derzeit ungeklärt. Anfang 2017 konnte der seit 2007 in der Lübtheener Heide lebende, mindestens 12-jährige Rüde letztmalig anhand von Fotofallenbildern dokumentiert werden. Die beiden besenderten Jährlingsfähen des Rudels, WF2 Naya und WF3 Emma, sind abgewandert; seit Mai 2017 wurden sie nicht mehr in der Lübtheener Heide nachgewiesen. Zu dem aktuellen Status der Elterntiere des Lübtheener Rudels liegen keine Hinweise vor.

Das bereits seit 2014 in der Ueckermünder Heide lebende Wolfsrudel hat im Jahr 2017 mindestens 6 Welpen großgezogen (Quelle: Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz – Bundesanstalt für Immobilienaufgaben). Die Peildaten von 2 besenderten Wölfen dieses Rudels belegen, dass der Aktionsraum des Rudels zu etwa einem Drittel in Polen liegt.

In der Retzow-Jännersdorfer Heide zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg entstanden im Frühjahr 2017 Fotofallenaufnahmen einer Wolfsfähe mit Gesäuge (Quelle: Brandenburger Wolfsmonitoring). Ende 2017 gelangen dem Wolfsbetreuer der Landesforstanstalt dann Fotofallenbilder von 3 Welpen. Sie belegen die erfolgreiche Reproduktion und damit ein neues Rudel im Grenzbereich zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Der bereits seit vielen Jahren in der Kyritz-Ruppiner Heide in Brandenburg ansässige Wolfsrüde hat inzwischen eine Partnerin gefunden; seither gelingen nur noch selten Nachweise seines Rudels auf dem Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns.

Über die genannten Rudelterritorien hinaus können für Mecklenburg-Vorpommern zwei Wolfspaare und ein residenter Einzelwolf bestätigt werden. Die Karte (Link unten) zeigt die aktuell bekannten Wolfsvorkommen in Mecklenburg-Vorpommern sowie weitere Vorkommen in den angrenzenden Regionen der Länder Brandenburg und Niedersachsen.

Mittels Fotofallen konnte im Forstamt Jasnitz und in der Nossentiner Heide jeweils ein markierendes Wolfspaar durch die Landesforstanstalt dokumentiert werden.

Im Müritz-Nationalpark gelang Nationalparkmitarbeitern der genetische Nachweis eines weiblichen Wolfes aus dem Nieskyer Rudel in der Lausitz. Die Nachweise im Januar und Dezember 2017 belegen, dass es sich um einen residenten Einzelwolf handelt.

Für weitere Räume in M-V, in denen mehrfach Wolfsnachweise gelangen, wurde nach nationalen Monitoringstandards der Status „unklar“ vergeben, da die Nachweise für die Bestätigung von residenten Einzelwölfen oder -paaren nicht ausreichten: Von den beiden im Raum Rothemühl bereits genetisch bestätigten Wölfen liegen keine weiteren Nachweise vor. Auf dem Darß, im Forstamt Schildfeld und im Raum Löcknitz gibt es Hinweise auf residente Einzelwölfe. Die Bestätigung, dass diese Tiere mindestens sechs Monate anwesend sind und somit als residente Vorkommen bezeichnet werden können, steht aber noch aus.

„Die aktuellen Monitoring-Ergebnisse zeigen, dass die Etablierung der Wolfspopulation einer großen Dynamik unterworfen ist. Umso wichtiger ist es, dass Bund und Länder die Arbeit an einem bundeseinheitlichen Wolfsmanagement intensiv fortsetzen. Daran werden wir auch 2018 zielstrebig arbeiten“, so Minister Backhaus.

Wer das Wolfsmonitoring unterstützen möchte, kann Belege für konkrete Beobachtungen an das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) oder den Fachbereich Forstzoologie der TU Dresden weitergeben. Die Kontaktdaten können auf der Internetseite www.wolf-mv.de unter dem Stichwort „Monitoring“ abgerufen werden. Dort besteht auch die Möglichkeit, Wolfsbeobachtungen, Spuren, Losungen oder Risse online mitzuteilen. Kontaktformular unter: http://wolf-mv.de/pages/eingabe.html

Im Jahr 2017 leistete das Land MV Kompensationszahlungen an Tierhalter in Höhe von etwa 15.700 Euro. Landesweit waren 28 Übergriffe auf Nutztiere registriert worden, bei denen ein Wolf als Verursacher festgestellt oder nicht ausgeschlossen werden konnte. Dabei wurden 66 Tiere getötet und 22 Tiere verletzt.

Seit Jahresbeginn 2018 wurden 4 Übergriffe auf Nutztiere registriert, bei denen ein Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden konnte. Der vorbeugende Herdenschutz wurde im Jahre 2017 mit etwa 138 Tausend Euro und im Jahre 2018 bislang mit etwa 32 Tausend Euro gefördert.“


Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern, www.regierung-mv.de, PM-Nr. 056/ 2018  vom 05.03.2018: „Wolfsrudel aus MV teilen Territorien neu auf, abgerufen am 5.3.2018, hier der Link!


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com


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