Bizarre Situation in Schleswig-Holstein

Die Situation in Schleswig-Holstein wird immer grotesker. Da die bisher benannten „Experten“ seit Monaten erfolglos dabei sind, den zum Abschuss freigegebenen Wolf auch wirklich zu schießen, dürfen seit zwei Wochen auch rund 175 Jäger aus der Region mitjagen. Nach Recherchen des NDR wollen aktuell jedoch nur etwa 10 von ihnen tatsächlich mitmachen. Der Grund: Die strengen Vorgaben des Ministeriums.

Wer mitmachen, will, muss u.a. jederzeit seine E-Mails abrufen können, denn das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) kann die Abschusserlaubnis jederzeit widerrufen, wenn plötzlich ein anderer Wolf im Streifgebiet auftaucht. Ein Problem dabei: Funklöcher.

Die Wahrscheinlichkeit, auf einen anderen Wolf zu treffen, steigt außerdem gerade rapide an, weil die Zeit der Wanderwölfe unmittelbar bevorsteht. Viele Jungtiere verlassen im Spätherbst ihre Rudel, um sich ein eigenes Revier zu suchen.

Darüber hinaus besteht seit dem kürzlichen EuGH-Urteil, so legen es einige aus, Rechtsunsicherheit, worüber auch Wolfsmonitor bereits berichtete (hier!).

Das Netz wundert sich zudem über folgenden Satz, der laut NDR in der Allgemeinverfügung des Landes zu lesen sein soll: „Eine Schadensprognose hat ergeben, dass in der betroffenen Region erhebliche wirtschaftliche Schäden drohen”.

Für viele ist unverständlich, dass man die Jagd nun auch mit Prognosen zu rechtfertigen versucht. Für andere, dass man nicht einmal versucht hat, den Wolf zu vergrämen.

In weiteren Meldungen im Netz heißt es übrigens, der Wolf sei kürzlich in einem Landkreis gesichtet worden, für den die Abschussregelung nicht gilt…


Quelle: ndr.de am 11.12.2019: „Problemwolf-Jagd macht Jägern Probleme“, von Carsten Rauterberg, Nikolai Hotsch und Jörg Jacobsen, hier der Link!

(Anmerkung: Für die Richtigkeit der Angaben und Inhalte der genannten Quellen wird keinerlei Gewähr übernommen)