Nachrichten – sechs aktuelle Meldungen

In Niedersachsen sind mit zwei weiteren Nachweisen bei Garlstedt (Landkreis Osterholz) und in Ebstorf (Landkreis Uelzen) zwei neue Wolfsrudel nachgewiesen worden, nachdem in der letzten Woche noch neue Rudel in Meppen (Emsland) und im Landkreis Lüchow-Dannenberg vermeldet werden konnten. Das Monitoring in Niedersachsen zählt somit insgesamt 18 Rudel. Allerdings ist noch unklar, ob wirklich alle 18 Rudel noch bestehen, da in diesem Jahr in einigen Rudeln noch kein Nachwuchs nachgewiesen werden konnte. (*1)

In Schleswig–Holstein hat das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Flintbek Zweifel an den Angaben eines Schäfers, der seit 2015 insgesamt 11 Fälle gemeldet hat, in denen Wölfe seine Schafe gerissen haben sollen. Der Wolf konnte jedoch in keinem einzigen Fall tatsächlich nachgewiesen werden. (*2)


In Lenzen (Prignitz/Brandenburg) will Schäfer Marc Mennle, nachdem er trotz des Einsatzes von mehreren Herdenschutzhunden drei Schafe „verloren“ hat, offiziell den Abschuss des vermeintichen Wolfes beantragen. Allerdings erst, wenn mit dem Rissgutachten auch der Beweis vorliegt, dass die Übergriffe tatsächlich von einem Wolf verursacht wurden. Die Übergriffe fanden – von den Hunden scheinbar unbemerkt – direkt in der Nähe des Elektrozaunes statt. Das Ganze wirkt auf den Außenstehenden dennoch merkwürdig, standen die Hunde doch offenbar kurz davor, den Täter nachhaltig zu “vergrämen”. (*3)


Die Cellesche-Zeitung berichtete unterdessen, dass das Umweltministerium in Niedersachsen seinen Wolfsberater nun endgültig einen „Maulkorb“ verpasst habe. „Dass man als Ehrenamtlicher nur noch die Meinung des Ministeriums wiedergeben darf, ist eine Frechheit”, so der Celler Wolfsberater Volkhard Pohlmann gegenüber der Zeitung. Im entsprechenden Schreiben, das Wolfsmonitor vorliegt, heißt es beispielsweise:

… „Bei der Aufnahme von Nutztierrissen bitten wir Sie daher, eine Vorwegnahme der Verursacherschaft sowie deren Wahrscheinlichkeit zu unterlassen.“ (S.3)…


In Nordrhein-Westfalen gab es in diesem Jahr erst acht Wolfsnachweise. Es fehle allerdings ein Nachweis für einen dauerhaften Aufenthalt von Wölfen, sagte eine Sprecherin des Naturschutzbundes NABU. Insgesamt zählt man in dem Bundesland 37 Wolfsnachweise seit 2009. (*5)


Neun Brandenburger Städte und Gemeinden haben sich – so meldet die BZ – nun zu „wolfsfreien Zonen” erklärt. Die Idee hatte Reinhard Jung, der Chef des Brandenburger Bauernbunds. Der Nebenerwerbs-Landwirt fordert seit Jahren den Abschuss von Wölfen. Immer mehr Landsleute scheinen diesen Aufrufen offenbar zu folgen, denn kürzlich wurden kurz nacheinander drei illegal geschossene Wölfe allein aus Brandenburg gemeldet (hier!). Auf die Frage der BZ, was „wolfsfreie Zonen“ eigentlich nützen, antwortete Ministeriumssprecher Jens-Uwe Schade: „Nichts, sie würden das Problem nur von einem Dorf ins andere verlagern.“ (*6)


Quellen (alle abgerufen am 6.8.2018):

(*1) NDR.de am 6.8.2018: „Zwei weitere Wolfsrudel nachgewiesen“, hier der Link!

(*2) kn-online.de am  6.8.2018: „Wolf unter falschem Verdacht?“, hier der Link!

(*3) svz.de am 3.8.2018: „Schäfer bangt um seine Existenz – Abschuss des Wolfes beantragt“, hier der Link!

(*4) Cellesche-Zeitung: „Umweltministerium verpasst Celler Wolfsberatern Maulkorb“, hier der Link!

(*5) Westfalen-Blatt am 4.8.2018: „Wolf auf Stippvisite in NRW: Bislang acht Nachweise in diesem Jahr“, hier der Link!

(*6) bz-berlin.de am 6.8.2018 von Michael Sauerbier: „Brandenburg hat jetzt neun „wolfsfreie Zonen“, hier der Link!


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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