Wolfskulpturen gegen Krieg, Hass und Gewalt – Ausstellung: „Die Wölfe sind zurück“

Für manche gilt der Hund als Symbol der menschlichen Meisterschaft über die Natur. Für andere ist der Hund gar ein Wolf, der für unsere Kinder „sicherer“ gemacht wurde. Das darf – denke ich – als Metapher für unser eigenes domestiziertes Leben verstanden werden. (*1)

Für viele Mitmenschen wiederum sind Wölfe ein Symbol für allerlei mehr: Für die unberührte Wildnis, für ein spirituelles Leittier oder auch den biblischen Bösewicht.

Sowohl in der Antike, in der nordischen Mythologie aber auch in der Wolfssage des heiligen Franz von Assisi sind Wölfe als Symbolfiguren zu finden.

Ab heute wird in Dresden die Ausstellung „Die Wölfe sind zurück“ präsentiert. Überlebensgroße Bronze- und Eisengüsse – überzeichnete und bedrohlich wirkende Wolfskarikaturen – sollen dabei vor Fremdenfeindlichkeit und den Zusammenbruch der Ordnung im Schatten der rechten Gewalt mahnen. Die Ausstellung ist den Opfern von Krieg, Hass und Gewalt gewidmet.

Ziel des Taschenlampenfabrikanten, Buchautors und bildenden Künstlers Rainer Opolka ist es, das als Wanderausstellung konzipierte Kunstprojekt mit den 66 bestialisch wirkenden Wolfskulpturen in allen Landeshauptstädten Deutschlands zu zeigen.

Als „Wolfsfreund“ ist man hin- und hergerissen. Die Botschaft des Künstlers ist verständlich und nachvollziehbar. Denn man mag ihm recht geben: Selten war es zeitgemäßer und angemessener als heute, vor rechtsradikaler Gewalt zu mahnen. Die Skulpturen erreichen das sehr eindrucksvoll.

Die unterschwellige Botschaft wird jedoch nicht jedem gefallen.

Wölfe wurden bereits in der Vergangenheit immer mal wieder „instrumentalisiert“. Dadurch ist über die letzten Jahrhunderte hinweg ein völlig verzerrtes Bild Isegrims entstanden.

Dieses Trugbild wirksam „umzumalen“ ist äußerst mühsam, wie engagierte Wolfschützer zu erzählen wissen. In dieser Ausstellung symbolisieren Wölfe erneut nichts Gutes. Der Beifall wird deshalb – zumindest unter ihnen – überschaubar bleiben.

Ich frage mich allerdings, welches Tier sich an Wolfes statt für die Botschaft des Künstlers geeignet hätte und gebe mich mit der mir selbst gegebenen Antwort versöhnlich.

Denn das Symboltier Wolf „funktioniert“ in dieser Ausstellung gerade deshalb, weil manche Wolfsmythen bereits eine mehrere Jahrhunderte überdauernde Tradition haben.

Der Künstler Rainer Opolka bezeichnet sich auf seiner Facebook-Seite als Wolfsfreund und möchte diesbezüglich auch nicht missverstanden werden.

Die persönliche Bewertung eines Kunstwerks liegt am Ende bekanntlich auch hier im Auge des jeweiligen Betrachters.

“Ist das Kunst oder kann das weg?”, pflegen Komiker gelegentlich süffisant zu fragen. Bilden Sie sich bitte selbst Ihr Urteil!

Hier finden Sie einen Link zur Webseite der Ausstellung, mit Informationen, Bildern, Terminen, Downloads, etc.!

Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler

Quelle:

(*1) Wolf-Magazin, Ausgabe 2/2013, „Mythos Wolf“, Artikel von Elli Radinger: „Mit dem Wolf in uns leben – Psychologische Aspekte der Wolfsfolklore, S. 12, weitere Infos zum Buch durch Klick auf nachfolgendes Buchcover: