Ominöser Wolfsschwund im Emsland

Merkwürdig kommt dem emsländischen Wolfsberater Björn Wicks die Tatsache vor, dass seit 2013 zwar acht verschiedene Wölfe im zweitgrößten Landkreis Deutschlands genetisch festgestellt wurden, diese aber – obwohl dabei von durchziehenden Tieren ausgegangen werden kann – woanders nicht wieder auftauchten.

Das machte er Mitte letzter Woche bei einem „offenen Stammtisch“ im emsländischen Haren deutlich. Seite Vermutung: Einige Emsländer nähmen die Sache offenkundig selbst in die Hand.

Für den Wolfsberater sei es zumindest sehr ungewöhnlich, dass immer wieder neue Tiere auftauchten. Dies sei untypisch, denn eigentlich würden standorttreue Wölfe ihre Reviere verteidigen und neue Tiere nur hinzukommen, wenn keine anderen in der Region lebten.

Er warnte deshalb deutlich, dass das Töten eines Wolfes einen klaren Straftatbestand darstelle.

Erfreulich sei, dass dem Rückkehrer Wolf weitere Arten ins Emsland folgten. Erste Sichtungen von Kolkraben und Seeadler seien zu verzeichnen. Beide profitierten von den Überresten der Wolfsbeute.


Quelle: Lingener Tagespost am 4.9.2019: „Aktives Management statt Selbstjustiz“, von Matthias Engelken


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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