Nun doch keine Besenderung der Goldenstedter Wölfin!

Das war sie also, die gestrige Debatte im niedersächsischen Landtag über die „Große Anfrage“ der FDP-Fraktion mit ihren 83 Einzelfragen. Ungefähr eine Stunde lang tauschten Parteienvertreter ihre Positionen dazu gestern Nachmittag in Hannover aus.

Neu war eigentlich nur die Information, dass Umweltminister Wenzel die Goldenstedter Wölfin – die auch als Barnstorfer Wölfin bekannt ist – aufgrund der stark zurückgegangenen Nutztierrisse in letzter Zeit nicht mehr besendern lassen will. Er selbst hatte die Besenderung der Wölfin vor rund einem halben Jahr, im November 2015, „angeordnet“.

Wenzel begründete dies damit, dass die von dieser Wölfin verursachten Nutztierrisse zu rund 98 % Tierbestände trafen, die keinen ausreichenden Grundschutz zur Wolfsabwehr aufwiesen.

Die Nutztierrisse seien außerdem in den vergangenen Monaten stark zurückgegangen. In geschützten Tierbeständen waren sogar keine weiteren Risse mehr zu verzeichnen.

Diese Äußerung des Ministers führte zu einer Stellungnahme des agrarpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion und Jägerschaftspräsidenten Helmut Dammann-Tamke.

Der behauptete, dass der momentane Rückgang der Nutztierrisse darauf zurückzuführen sei, dass zurzeit das Rehwild und dessen noch junger Nachwuchs als Hauptbeutetiere leichte Beute für die Wölfe seien. Im Herbst schon könne die Zahl der Nutztierrisse wieder ansteigen.

Außerdem stellte Dammann-Tamke die für ihn alles entscheidende Frage: Wenn es denn stimme, dass grundsätzlich die Beutetieranzahl das Beutegreifervorkommen in Naturlandschaften regele und wenn akzeptiert werde, dass man heute nicht mehr in Natur- sondern in schalenwildstarken Kulturlandschaften lebt, wie solle dann eigentlich in letzter Konsequenz die Wolfspopulation reguliert werden?

Dammann-Tamke prophezeite, dass – wenn diese Frage nicht bald beantwortet werde – eine Akzeptanzgrenze überschritten werde, was seiner Erfahrung nach dazu führen könne, dass „Homo Sapiens“ unter Umständen das „Recht selbst in die Hand nehme“…

Ach ja, von der Realisierung der beiden zweifelhaften Gutachten, der „Esel-Studie“ und der „Habitat-/ Populationsentwicklungs-Studie“ nimmt man leider im Umweltministerium immer noch keinen Abstand. Aus Wolfsmonitor-Sicht sind beide Studien überflüssig und somit „herausgeschmissene Steuergelder“. Die Gründe habe ich bereits an anderer Stelle dargelegt.

Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler