Schnell erledigt…ein Kommentar!

In Sachsen fand gerade ein mediales Schauspiel statt, eines das – normalerweise keiner Silbe wert – aus der Ferne recht absonderlich anmuten dürfte. Denn ausgerechnet Martin Just, in der Wolfszene bekannt als auffallend „glückloser“ Hobbyherdenschützer, gibt Sachsens neuem Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) eine in seinen Augen faire Chance: „In einem Jahr werde ich ihn an seinen heutigen Aussagen messen“, so der mehrfach von Wölfen heimgesuchte Schafhalter im Nebenerwerb. (*1)

Wem dünkt, dass es ihm so vorkäme, als wackele hier der Schwanz mit dem Hund, könnte möglicherweise richtig liegen, braucht sich darüber aber nicht weiter zu wundern. Wer Justs medienwirsame Aktionen in der Vergangenheit einmal kritisch durchleuchtet, weiß warum.

Auf dem Foto in der Lausitzer Rundschau außerdem zu sehen: Bautzens Nochlandrat Michael Harig. Der Harig also, der bereits mehrfach (unter Hinzuziehung des Beispiels Just in seinen Begründungen) versuchte, den Übergriffen des Rosenthaler Wolfsrudels auf Nutztiere ein für die Wölfe unbehagliches Ende zu setzen und dabei am Ende nur noch juristisch gestoppt werden konnte (WM berichtete, hier!).

Die (vielleicht von mir auch nur empfundene) „Achse Just – Harig“ scheint allerdings nicht für die Ewigkeit geschmiedet zu sein. Denn den Landrat zieht es offenkundig zum Sparkassenverband nach Berlin. Im Oktober fällt dort die Entscheidung, ob er oder sein Konkurrent, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), beim mit etwa 500.000 € Jahresgehalt dotierten Job zum Zuge kommen wird. (*2)

Sachsens neuem Ministerpräsidenten Michael Kretschmer sei zwischenzeitig anzuraten, sich besser „ausgewogen“ zu informieren, sollte er ernsthaft an einem vollständigen Lagebild interessiert sein.

Gerade in Sachsen sollte das beim Thema Wolf kein Problem darstellen, gibt es dort doch die vorbildlichen Einrichtungen des DBBW (Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf – weitere Infos hier!*3) und weitere Experten wie beispielsweise Schäfer Frank Neumann, der sich schon vor Jahren als erster Schäfer Deutschlands zum ausgewiesenen Fachmann in Fragen des wirksamen Herdenschutzes qualifiziert hat.

Auch die unsägliche – in Sachsen (von Laien) entwickelte und dort auch gepflegte – Hybridendebatte würde sich dann für den Ministerpräsidenten vermutlich schnell erledigen…

Just my two Cents…


Quellen (alle abgerufen am 17.6.2018):

(*1): lr-online.de am 16. Juni 2018: „Wolfsproblem in Sachsen – Ministerpräsident steht bei den Schäfern im Wort“ von Uwe Menschner, hier der Link!

(*2) sz-online.de am 15.Mai 2018: „Wer folgt auf Michael Harig?“ von Jens Fritzsche, hier der Link!

(*3) Webseite der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW), www.dbb-wolf.de