Feuer frei aus allen Rohren auf Wolf in Schleswig-Holstein?

Kurz vor den Wahlen in Brandenburg und Sachsen legt Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) seiner Partei noch kurz ein „Ei ins Nest“. Er plant eine Allgemeinverfügung zum Abschuss des bereits im Januar zur „Entnahme“ gewidmeten Wolfes. (*1)

Mit dieser Verfügung sollen nun nicht mehr allein nur eine Expertengruppe, sondern auch Hobbyjäger schießen dürfen, deren Revier im Streifgebiet des Wolfes liegt.

Vorher sollen allerdings noch die Naturschutzverbände Stellung dazu nehmen und deren erste Reaktionen stützen Albrechts Idee eher NICHT.

Aus gutem Grund.

In dem gestern auf Wolfsmonitor verlinkten Gutachten (hier!) der Deutschen juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht werden diverse Argumente genannt, die grundsätzlich gegen den Abschuss sprechen dürften. Da heißt es beispielsweise (Seite 9 ff.):

…“Auch in zahlreichen weiteren Veröffentlichungen zur Rechtmäßigkeit von letalen Eingriffen in den Verbotstatbestand des Artikel 12 FFH-Richtlinie in anderen Ländern der EU wird immer wieder klar herausgestellt, dass eine Tötung ausschließlich dann in Betracht kommen kann, wenn sie sich im Einzelfall als das einzig valide Mittel herausgestellt hat.“… (*2)

Abgesehen davon: Wolfsthemen erregen regelmäßig sehr große Aufmerksamkeit. Das Signal, das der Grüne mit seinen aktuellen Plänen sendet, dürfte auf viele Sympathisanten dieser Partei, die ja eigentlich als die renommierteste Arten- und Klimaschutzpartei gilt, eher abtörnend wirken.

Und die gibt es auch in Brandenburg und Sachsen…


Quellen (abgerufen am 28.8.2019):

(*1) ndr.de am 28.8.2019: „Mehr Jäger sollen Problemwolf jagen dürfen“ von Nikolai Hotsch und Jörg Jacobsen, hier der Link!

(*2) djgt.de am 22.8.2019: „Der Wolf in der aktuellen politischen Diskussion“ von Almuth Hirt (Vors. RiObLG a. D.) und Christina Patt (Rechtsanwältin)


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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