Wanderwölfe

Die Wanderwölfe sind gerade wie in jedem Jahr unterwegs: Zwischen Albersloh und Sendenhorst in Nordrhein-Westfalen fotografierte Daniel Schuhmacher gestern Vormittag ein vermeintliches Exemplar auf einem Acker. Das Landesumweltamt (LANUV) bestätigte später, dass das Foto tatsächlich einen Wolf zeigt und merkte außerdem an, dass man dort in diesen Wochen vermehrt mit Wolfsmeldungen und -nachweisen rechne.

Denn jetzt sei die Zeit, in der die Jungwölfe das Rudel verlassen und auf Wanderungen gehen, um sich eigene Partner und Reviere zu suchen.

Auch Björn Estorf und Uwe Flohr ist es gestern bei Gestorf, einem Ortsteil der Stadt Springe, gelungen, Fotos von einem jungen Wolf  zu schießen.

Bereits vorgestern stieß auf der B 156 bei Uhyst (Sachsen) in Richtung Boxberg ein Transporter mit einem Wolf zusammen. Das Tier blieb verletzt am Unfallort liegen, ein Tierarzt „übernahm“ den Fall. Der Wolf wurde offenbar eingeschläfert.

Seit Beginn der Aufzeichnungen über die Wölfe im Jahr 2000 wurden allein in Sachsen 65 Wölfe tot aufgefunden oder eingeschläfert. Statistisch gesehen, kommen die meisten Wölfe dort auf der Straße ums Leben. *

Manche Wölfe ereilt jedoch ein anderes Schicksal. Vorgestern wurde im Süden Barnstorfs (Niedersachsen) ein Wolf in einem Gleisbett tot aufgefunden. Dabei handelte es sich nach Einschätzung eines örtlichen Wolfsberaters um das Vatertier der Goldenstedter Welpen, das offenbar von einem Zug erfasst wurde.

Einige Wolfswanderungen sind tatsächlich bemerkenswert. Erst in der letzten Woche wurde in den Medien von Naya berichtet, einer besenderten Wolfsfähe, die von der Lübtheener Heide rund 700 Kilometer bis in die Nähe von Brüssel lief und nun als erster Wolf in Flandern seit über 100 Jahren gilt.


Quelle: *Sächsische Zeitung, SZ-Online: „Wolf stirbt bei Verkehrsunfall“, abgerufen am 25.1.2018, hier der Link!