74 EU-Vertragsverletzungs-Verfahren und die Kraftmeierei einiger Verbandsfunktionäre

74 EU-Vertragsverletzungsverfahren gibt es derzeit gegen Deutschland, darunter 16 laufende Verfahren gegen Umweltverstöße, so beispielsweise aufgrund von Nitrat im Trinkwasser oder wegen Verstoßes gegen die Wasserrahmenrichtlinie. Daran sei am 3. März, dem Tag des Artenschutzes, einmal nebenbei erinnert. (*1)

Kraftmeierische Parolen, wie die am Donnerstagabend von Dr. Karsten Padeken bei der Jahreshauptversammlung des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch, wirken dementsprechend bei einem durch eine EU-Richtlinie streng geschützten Tier völlig deplatziert. Sollte der Wolf sich dort niederlassen, so Padeken, …“werden wir ihm aber unmissverständlich klar machen, dass er hier nichts zu suchen hat.“

Der neue Präsident des Niedersächsischen Landvolks, Albert Schulte to Brinke, setzt bei dem Thema offenbar lieber auf eine ganz eigene Form der „Selbsthilfe“. Er sprach sich laut NWZ-Online dafür aus, …“dass die betroffenen Bauern selbst darüber entscheiden, was sie gegen den Wolf tun wollen – und nicht Menschen in fernen Amtsstuben.“ (*2)

Entwickelt sich das Schicksal dieser Branche aus Gründen der Ignoranz und Arroganz etwa gerade in dieselbe Richtung wie die des Diesels in Deutschland? Das eine oder andere Vertragsverletzungsverfahren deutet genauso darauf hin wie die vermeintlichen und an Denkfaulheit kaum zu überbietenden Lösungsvorschläge so mancher Bauernverbands-Vertreter.

Manchmal mag es demnach hilfreich sein, sich aus der eigenen Filterblase zu bewegen und sich mit dem einen oder anderen Menschen aus einer “fernen Amtsstube” zu unterhalten. Und nicht nur mit denen….


Quellen (beide abgerufen am 3.3.2018):

(*1) Spiegel Online, 6.2.2018: „74 EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland“, hier der Link!

(*2) NZW-Online, 3.3.2018, Rolf Bultmann: „Weidewirtschaft geht nicht mit dem Wolf“, hier der Link!