Niedersachsen: Schuld sind offenbar immer nur die anderen…

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) verfügte zuletzt zum dritten Mal eine Abschussverlängerung für den Rüden des Rodewalder Wolfsrudels. Den Jägern des Leitwolfes, dessen Fähe in diesen Tagen Nachwuchs erwarten dürfte, ist der Rüde allerdings bisher immer noch nicht vor die Büchse gelaufen. Von Lies hört man unterdessen immer absurdere Forderungen. Weil es kaum möglich sei, einen bestimmten Wolf zu identifizieren, forderte er beispielsweise, dass man darüber nachdenken müsse, die Erlaubnis zum Abschuss von Wölfen ohne individuelle Zuordnung zu ermöglichen (das ist – gelinde gesagt – völlig abwegig und eher ein Zeichen dafür, dass Lies offensichtlich langsam merkt, in welche Bredouille er sich da gebracht hat).

Den Rodewalder Nachwuchs, der nach einem Abschuss ohne Vatertier auskommen müsste, sieht Lies Medienmeldungen zufolge nicht in Gefahr (ebenso absurd, es kann sogar von steigenden Nutztierrissen in der Region ausgegangen werden, da die alleinerziehende Fähe alles daran setzen wird, den Nachwuchs allein erfolgreich zu ernähren).

Die Schuld daran, dass der Rodewalder Rüde noch nicht erlegt wurde, gibt der Minister u.a. dem Wetter, angeblichen Aktivisten (die offenbar mehr Erfolg beim Aufspüren des Wolfes haben als die Jäger) und der mangelnden Unterstützung vor Ort, auch die der ansässigen Jäger der etwa 170 Jagdreviere, die im Verbreitungsgebiet des Rudels liegen. Sie hätten angeblich Sorge, öffentlichen Anfeindungen ausgesetzt zu werden.

Auf die Idee, dass das gesamte Abschussprozedere, das von vielen als peinlicher Alleingang des Ministers gewertet wird, deshalb auf Ablehnung stößt, weil jegliche seriös nachvollziehbare Grundlage für den Abschuss fehlt, was zahlreiche Wolfsschutz-, Natur- und Artenschutzverbände sowie auch prominente Wolfsexperten (z.B. hier!) mehrfach bestätigten, kommt Olaf Lies dabei offensichtlich nicht.

Der ehemalige niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) forderte Olaf Lies nun auf, er solle seine Rolle als ‚harter Hund‘ endlich aufgeben und anfangen, den Weidetierhaltern wirklich zu helfen: Mit der Beschleunigung von Entschädigungszahlungen und der Förderung des Herdenschutzes sowie der von der CDU-Landwirtschaftsministerin verweigerten Weidetierprämie.


Quellen (beide abgerufen am 6.5.2019):

  1. ndr.de am 3.5.2019: „Abschuss von Wölfen: Lies will Auflagen senken“, hier der Link!
  2. Christian-meyer-gruene.de am 2.5.2019: „Christian Meyer: Hilfloser Minister verlängert grundlos Frist für Wolfsabschuss“, hier der Link!