Wolf tötet Hund in Oberlausitz: Widersprüche und offene Fragen

Der Artikel, der hier gestern über den in der Oberlausitz getöteten Hund veröffentlicht wurde, ist offenbar mit Vorsicht zu genießen. Darauf weisen mehrere Zuschriften und Stellungnahmen auf anderen Webseiten hin.

Das Kontaktbüro Wölfe in Sachsen veröffentlichte gestern zu dem Vorfall eine eigene Meldung. Darin heißt es, die Bracke sei vom Rüden des Daubitzer Rudels getötet worden, nachdem sie sich – nicht angeleint – bei einem Waldaufenthalt weit vom Hundeführer entfernt hatte, Wild verfolgte und nicht mehr zurückgekehrt sei.

Und obwohl es in dem chronologischen aufgebauten Jawina-Ursprungsbericht heißt, …„der Führer kennt die Wechsel und macht sich bereit, das Wild eventuell zu erlegen, wenn es den Rückwechsel annimmt“, zweifelt zum Beispiel Ulrich Wotschikowsky in einem eigenen Artikel an dieser Darstellung, die offenbar einer früheren Darstellung widerspricht.

Er nennt diesen Vorfall „den bisher einzigen Fall in ca. 330 Rudeljahren“ in Deutschland und bezeichnet in seinem Kommentar das Verhalten des Hundeführers, den Jagdhund allein und während der Paarungszeit im Territorium eines Wolfsrudels frei auf die Suche zu schicken, als „grob fahrlässig“.

Schuld habe am Ende nicht der Wolf, sondern „jene Person, die den Hund bei sich hatte und auf ihn aufpassen sollte“ (hier geht`s zum entsprechenden Kommentar von Ulrich Wotschikowsky!).

Eine weitere Zuschrift erinnerte daran, dass überhaupt nicht klar sei, ob der Wolf dem Hund nachgestellt habe oder die Bracke vielleicht – weil sie eventuell raubwildscharf war – sogar zuerst den Wolf verfolgt habe, der seinerseits dann nur (aber leider mit tödlichen Folgen) reagiert hat?

Fest steht: ein Wolf hat den Hund getötet. Ob aber der Wolf dafür verantwortlich zu machen ist oder ob er mit seinem natürlichen Verhalten auf eine Aggression des Hundes reagiert hat, wissen wir nicht.

Zu hoffen ist dennoch, dass künftig durch richtiges (und schon bekanntes Verhalten) mit Hunden in Wolfsgebieten weitere solch tragischen Übergriffe vermieden werden können.


Quellen:

(*1) Pressemeldung am 23.2.2018 vom Kontaktbüro Wölfe in Sachsen: „Jagdhund auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz von einem Wolf getötet“, abgerufen am 24.2.2018

(*2) woelfeindeutschland.de, Ulrich Wotschikowsky am 22.2.2018: „Viele offene Fragen um gerissenen Jagdhund”, abgerufen am 24.2.2018


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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