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3 Antworten von Gitta Connemann

Gitta Connemann aus Leer, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, forderte im März vor dem Hintergrund erster verhaltensauffälliger Wölfe in Deutschland , einen Bundes-Aktionsplan Wolf aufzustellen und eine „Task-Force Wolf“ auf Bundesebene einzurichten. Es sei offenkundig, dass das Wolfsmanagement „eine Koordination durch den Bund“ benötige. Damit sollen die nötigen Kompetenzen in den einzelnen Bundesressorts gebündelt, ein bundesweites Wolfsmonitoring eingerichtet und Verhaltensempfehlungen an die Bevölkerung ausgesprochen werden.Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) fordert bereits seit einiger Zeit ein „nationales Kompetenzzentrum“, der Deutsche Jagdverband (DJV) spricht von einem „Nationalen Managementplan Wolf“.

Wolfsmonitor hatte nun Gelegenheit, einige Fragen an Gitta Connemann zu richten.

Lokaler Fokus beim Wolf – These 5

5. These: Wolfsmanagement braucht einen lokalen Fokus, die Kommunikation der Beteiligten untereinander muss lokal synchronisiert werden, um im Bedarfsfall zügig Handlungsfähigkeit zu gewährleisten. Die lokale Einsatzbereitschaft sollte entwickelt werden, noch bevor ein bundesweites Kompetenzzentrum eingerichtet wird, wie einige Naturschutzverbände es bereits seit geraumer Zeit fordern.


Sollte sich ein Wolf oder gar ein Wolfsrudel „verhaltensauffällig“ zeigen, ist dies zuallererst ein lokales Phänomen und Problem. Deshalb ist es erforderlich, dass ein oder mehrere ausgebildete und jederzeit einsatzbereite Experten unmittelbar vor Ort sind, über die Notwendigkeit einzuleitender Maßnahmen entscheiden können und selbst in der Lage sind, die notwendigen Schritte angemessen durchzuführen. Die zahlreichen Wolfsberater, die von den Ländern berufen und ausgebildet wurden, verfügen bisher (noch) nicht über die dafür nötige Ausbildung.

Bund richtet Beratungs- und Dokumen- tationsstelle „Wolf“ ein

Es lag bereits in der Luft. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) kündigte nach neuesten Presseberichten zum Abschluss der Umweltministerkonferenz der Länder im oberfränkischen Bad Staffelstein die Einrichtung einer deutschlandweiten „Beratungs- und Dokumentationsstelle Wolf“ ein. Nachdem bereits der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) seit längerem eine nationale Wolfsstrategie forderten und zuletzt auch der Niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) diesen Vorschlag unterstützte, darf man nun gespannt sein, wie die Stelle organisatorisch und finanziell ausgerichtet sein wird.

Zahlenspiele – wie viele Wolfsberater braucht das Land?

Nun erlaube ich mir, die Zahlenmeierei vorläufig einmal auf die Spitze zu treiben. Das dürfte jedoch nur die politisch „angehauchten“ Leser interessieren, also diejenigen, die sich gerne einmal spekulativ auf die eine oder andere Idee einlassen. In meinen letzten beiden Beiträgen habe ich darauf hingewiesen, dass ein professionelles Wolfsmonitoring, dem Skript des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) nach, rund 100 Arbeitstage je Rudel umfasst. Außerdem habe ich über die Zahl 1000 im Zusammenhang über den „günstigen Erhaltungszustand“ unserer heimischen Wölfe philosophiert.

Anpfiff!

Das hatten sich die Verantwortlichen sicherlich etwas anders vorgestellt. Über zwei Wochen hinweg hielt ein vermeintlich junger Wanderwolf Anfang bis Mitte März 2015 die Behörden und Bevölkerung in Niedersachsen auf den Zehenspitzen. Zeitgleich zur 10-Jahresfeier des NABU-Projektes „Willkommen Wolf!“ streift ein vom Umweltministerium als „verhaltensauffällig“ bezeichneter Wolf“ durch mehrere Landkreise, macht zwischendurch einen Abstecher in die Niederlande und hält eine ganze Region in Atem.