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CDU beim Thema Wolf: Hier hü, dort hott…

Nicht ohne „Seitenhieb“ auf die Wolfschützer, aber mit vereinten Kräften versuchten Vertreter des Deutschen Jagdverbandes und des Deutschen Bauernverbandes nun auf einer Veranstaltung in Berlin Gründe zu präsentieren, warum ihrer Ansicht nach die Wölfe in Deutschland mit Hilfe des Jagdrechts reguliert werden sollten.

Wotschikowsky: Zuständigkeit der Jägerschaft fürs Wolfsmonitoring in Niedersachsen ist eine “Altlast”

Ulrich Wotschikowsky, Grandseigneur der deutschsprachigen Wolfsszene, findet auf seiner Webseite „Wolfsite“ deutliche Worte für das niedersächsische Wolfsmanagement.

In Niedersachsen „sprießen die Fehlgriffe im Umgang mit den Wölfen wie die Schwammerl im warmen Sommerregen“, schreibt er.

Es sei zudem höchste Zeit für einen Verhaltenskodex in Niedersachsen

Kommentar zum eingeschläferten Wolf

Am Mittwochnachmittag dieser Woche ist im Landkreis Uelzen ein junger, abgemagerter Wolfsrüde zuerst narkotisiert und dann aufgrund der Diagnose eines Amtstierarztes von seinem Leiden erlöst worden.

Das Tier hatte eine offene, stark entzündete Wunde am Vorderlauf (Fotos hier – Vorsicht, nichts für empfindliche Gemüter!). Der Wolf war kaum noch dazu in der Lage, sich fortzubewegen.

Es ist nichts schrecklicher als eine tätige Unwissenheit……

So begleitet dieses Zitat Goethes das Agieren des Niedersächsischen Wolfsmanagements beim Umgang mit den Wölfen, die ein unerwünschtes Verhalten an den Tag gelegt haben.
Zur anstehenden Vergrämung wurde der „Satzbaukasten“ für die Pressemitteilungen des Umweltministeriums um die Formulierung der „rechtssicheren Durchführung dieser Maßnahmen“ erweitert.

Man könnte fast den Eindruck haben, man hätte aus der Vergangenheit etwas gelernt, seit im Juni 2015 ein Rüde (MT6) und eine Fähe (FT10) unter Umgehung des Tierschutzgesetzes und der Tierschutz-Versuchs-Verordnung, die hierfür eine Tierversuchsgenehmigung verlangen, besendert wurden.

Es lag damals lediglich eine „Artenschutzrechtliche Genehmigung“ des Umweltministeriums (MU) vor, die der

Wolfsrisse in Goldenstedt als Chance begreifen!

Bei Goldenstedt im niedersächsischen Landkreis Vechta wurden in kurzen Zeitabständen trotz guter Herdenschutzmaßnahmen mehrere wertvolle Schafe scheinbar von einer Wölfin gerissen. Selbst ein 140 cm hoher Elektrozaun konnte die Wölfin nicht davon abhalten, zu den Schafen vorzudringen. Das ist bedauerlich, nicht nur deshalb, weil der Schäfer Tino Barth bisher als vorbildliches Beispiel für den Einsatz von Herdenschutzmaßnahmen galt und weil er augenscheinlich alle notwendigen und vom Ministerium geforderten Maßnahmen zum Schutz seiner Schafherden umsetzte.

Der erneute Riss eines Schafes aus seiner Herde führte nun – einer Pressemeldungen zufolge (*1) zu einem Medien- und “Experten”-Auflauf. Ganze 5 Kamerateams, der Leiter des Wolfscenters Dörverden Frank Fass und der CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann waren vor Ort, um die Sache selbst in Augenschein zu nehmen. Das Ergebnis: Der „rissauffällige“ Wolf muss weg, wenn er „mit der Tierhaltung nicht verträglich ist“. Frank Fass wird zitiert: „Ich würde die Wölfin opfern“.

3 Antworten von Gitta Connemann

Gitta Connemann aus Leer, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, forderte im März vor dem Hintergrund erster verhaltensauffälliger Wölfe in Deutschland , einen Bundes-Aktionsplan Wolf aufzustellen und eine „Task-Force Wolf“ auf Bundesebene einzurichten. Es sei offenkundig, dass das Wolfsmanagement „eine Koordination durch den Bund“ benötige. Damit sollen die nötigen Kompetenzen in den einzelnen Bundesressorts gebündelt, ein bundesweites Wolfsmonitoring eingerichtet und Verhaltensempfehlungen an die Bevölkerung ausgesprochen werden.Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) fordert bereits seit einiger Zeit ein „nationales Kompetenzzentrum“, der Deutsche Jagdverband (DJV) spricht von einem „Nationalen Managementplan Wolf“.

Wolfsmonitor hatte nun Gelegenheit, einige Fragen an Gitta Connemann zu richten.