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Klaus Bullerjahn zur Goldenstedter Wolfsfähe

Gastautor Klaus Bullerjahn (Foto rechts) aus Medingen bei Bad Bevensen ist Jäger und Wolfsberater. Zu den Ereignissen um die Goldenstedter Wolfsfähe schreibt er: „Es ist richtig, dass ein Verhalten, wie es die Wölfin im Landkreis Vechta zurzeit zeigt, nicht geduldet werden kann. Grundsätzlich befindet sich die Wolfspopulation in Deutschland bereits in einem Zustand, in der sie die Entnahme eines einzelnen Wolfs zweifelsfrei problemlos verkraften kann.


Im Fall der Wolfsfähe in Vechta darf es allerdings heute ausschließlich darum gehen, den Abschuss als letzte Konsequenz nicht auszuklammern. Dazu muss dieser Wolf aber eindeutig identifiziert werden können, bevor irrtümlich ein anderer Wolf entnommen wird. Daher sind der Fang und die Besenderung, wie sie Umweltminister Stefan Wenzel am Mittwoch im niedersächsischen Landtag beauftragte, richtig. Somit kann das Tier eindeutig identifiziert, überwacht, vergrämt und gegebenenfalls zielgerichtet entnommen werden.


Für die Weidetierhalter vor Ort bringt das vorläufig jedoch gar nichts – der nächste Wolf wird kommen. Entweder

Wolfsrisse in Goldenstedt als Chance begreifen!

Bei Goldenstedt im niedersächsischen Landkreis Vechta wurden in kurzen Zeitabständen trotz guter Herdenschutzmaßnahmen mehrere wertvolle Schafe scheinbar von einer Wölfin gerissen. Selbst ein 140 cm hoher Elektrozaun konnte die Wölfin nicht davon abhalten, zu den Schafen vorzudringen. Das ist bedauerlich, nicht nur deshalb, weil der Schäfer Tino Barth bisher als vorbildliches Beispiel für den Einsatz von Herdenschutzmaßnahmen galt und weil er augenscheinlich alle notwendigen und vom Ministerium geforderten Maßnahmen zum Schutz seiner Schafherden umsetzte.

Der erneute Riss eines Schafes aus seiner Herde führte nun – einer Pressemeldungen zufolge (*1) zu einem Medien- und “Experten”-Auflauf. Ganze 5 Kamerateams, der Leiter des Wolfscenters Dörverden Frank Fass und der CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann waren vor Ort, um die Sache selbst in Augenschein zu nehmen. Das Ergebnis: Der „rissauffällige“ Wolf muss weg, wenn er „mit der Tierhaltung nicht verträglich ist“. Frank Fass wird zitiert: „Ich würde die Wölfin opfern“.