Wolfsabschuss im Hochsauerlandkreis erlauben?

Manch eine Parole begleitet die Wolfsrückkehr nun bereits seit Jahren und wird auch durch ihre ständige Wiederholung nicht richtiger. Wölfe zu schießen, um Mufflons zu retten, ist so eine.

Dazu nur so viel: Dem zu Jagdzwecken ausgewilderten korsischen Wildschaf „Mufflon“ geht es in Deutschland tatsächlich nicht besonders gut. Warum?

Wird es nicht von der Büchse des Jägers gestreckt, fehlt es ihm vielerorts schlichtweg am Hochgebirge, um sich dorthin instinktiv zum Schutz vor Feinden zurückziehen zu können.

Die entscheidende Überlebensstrategie der angesiedelten Wildschafe läuft in unseren Breitengraden somit weithin ins Leere. Von einem artgerechten Lebensraum kann deshalb hier nicht die Rede sein.

Menschen, die das jagdbare Wildschaf hier dennoch zuungunsten einer heimischen Art schützen wollen (und sich dabei häufig auch noch auf Artenschutzgründe berufen), sind merkwürdigerweise nicht selten Jäger, die sich offenbar gleichzeitig um die eigene Beute sorgen. Manchmal aber auch Verpächter von Jagdrevieren, die um die Höhe ihrer Jagdpacht bangen.

Mich würde es fast wundern, wenn der FDP-Kreistagsabgeordneten Josef Mühlenbein, der nun den Wolfsabschuss im Hochsauerlandkreis fordert, nicht zu einem dieser beiden Personenkreise gehören würde.

Denn ansonsten würde er – statt zu bemängeln, dass „die Politik bislang diese Art dem Wolf preisgibt“ – vermutlich fordern, die Bejagung der Mufflons umgehend einzustellen.

Liege ich mit meiner Vermutung richtig, sollte meines Erachtens nicht Mühlenbachs Partei und sein Mandat in der Zeitung zu lesen sein, sondern genau dieser jagdliche Hintergrund.

Alles andere wirkt irreführend!


Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler


Quelle: Westfalenpost, www.wp.de, Beitrag vom 22.2.2017: „Forderung: Wolf-Abschuss erlauben“, abgerufen am 22.2.2017, hier der Link!

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