Populistisch ist noch untertrieben

Was klingt in Ihren Ohren grotesker, liebe Leserinnen und Leser? Wenn ein Kreisjägermeister „eine neue Stufe der Problematik“ aus einem Wolf ableitet, der kürzlich von einem Zug überfahren wurde? Oder wenn ein Landespolitiker das – und davon muss man meines Wissens ausgehen – sorgsame Arbeitsergebnis einer Vielzahl von Fachleuten in ganz Europa – (ich rede vom Schutzstatus des Wolfes) einfach als belanglose „juristische und ideologische Spitzfindigkeiten“ abtut und fordert, dass der Wolf schnellstens aktiv bejagt werden müsse?

Klaus Rehda, Staatssekretär im Umweltministerium Sachsen-Anhalts, bezeichnete die Forderung des Landespolitikers Detlef Radke immerhin als „sehr populistisch“. Man könnte sogar annehmen, Rehda habe dabei noch maßlos untertrieben.

Für jemanden wie mich, der nun schon seit Jahren die Wolfsrückkehr nach Deutschland eng begleitet, gehört Radke zu einem eigentlich noch recht überschaubaren Personenkreis von Menschen, die immer wieder mächtig Staub bezüglich der rückkehrenden Beutegreifer aufwirbeln.

Aufwirbeln wollen, könnte man aus der Regelmäßigkeit schließen, mit der sie das öffentlichkeitswirksam versuchen.

Dieser Personenkreis hat es sich offenbar zur Aufgabe gemacht, mit Angstszenarien und Schwarzmalerei auf die Emotionen einer dadurch noch weiter verunsicherten Bevölkerung zu zielen, sprich, das Vokabular echter Populisten zu nutzen.

Vermutlich nicht ganz unbedacht. Leichtgläubige mögen einem derartigen politischen Populismus, sei er auch noch so durchschaubar, auf dem Leim gehen. An genau dieser Stelle trennt sich übrigens für mich die Spreu vom Weizen. Egal, ob bei Politikern oder bei wem auch immer… .

Einen ergänzenden Kommentar zur Äußerung des Kreisjägermeisters wollte ich mir eigentlich ersparen, so lächerlich ist er.

Dennoch, es sind genau solche Beiträge wie nun der vom Magdeburger Jäger Gerd Petzoldt, die viele Menschen darin bestärken, dass eines auf keinen Fall geschehen darf:

Die Wölfe in die alleinige Obhut von offensichtlich dafür unqualifizierten Amateuren zu übergeben.

Was mich tröstet: So manch ein Jäger sieht das offenbar genauso…

Den Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung vom 30.3., auf den ich mich beziehe, finden Sie hier!


Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, www.mz-web.de, Artikel vom 30. März: „Sachsen-Anhalt CDU will den Wolf abschießen“, abgerufen am 31.3.2017

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