Sachsenservice!

An dieser Stelle kommentierte ich kürzlich den Entschluss in Sachsen, einen Wolf des Rosenthalers Rudels zu entnehmen (hier!). Eine Anmerkung dazu sei noch ergänzt: Schauen Sie sich dazu bitte vorher einmal die Pressemeldung des sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft im Original etwas genauer an (hier der Link!).

Fällt Ihnen etwas auf?

Als ich den letzten Satz dieser Meldung las, erschrak ich. Steht da doch tatsächlich geschrieben:

„Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die für die Entnahme erforderlichen Vorgänge nicht für eine journalistische Begleitung geeignet sind.“

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass Vertreter der „vierten Gewalt“, also der Medien, in demokratischen Staaten ein Instrument der Kontrolle der anderen drei „Gewalten“, Judikative, Exekutive und Legislative sind.

Die Idee geht schon auf die Zeit Jean-Jacques Rousseaus zurück, ist also bis zur Aufklärung nachvollziehbar. Die Sozialen Medien werden übrigens nicht selten sogar als „fünfte Gewalt“ bezeichnet.

Und nun kommt – wohlgemerkt in Deutschland – eine öffentliche Einrichtung und dann sogar im „Range“ eines Staatsministeriums daher und versucht diesen demokratischen „Kontrollinstanzen“ mitzuteilen, welche Inhalte für eine journalistische Begleitung geeignet sind und welche nicht?

Das dürften – wenn ich mich nicht vollständig irre und Demokratie richtig verstanden habe – die Journalisten im Zweifel immer noch selber entscheiden.

Und deshalb finde ich den letzten Satz dieser Pressemeldung besonders vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklung in Sachsen zutiefst hinterfragungswürdig!

Es sei denn, es ist damit der Vorgang der eigentlichen „Wolfsentnahme“ gemeint und nicht der Abstimmungsvorgang, der zu dieser Entscheidung führte….

Just my two cents…

Jürgen Vogler


Quelle: Medienservice Sachsen, www.medienservice.sachsen.de: Meldung vom 27.10.2017: „Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft erteilt Einvernehmen zur Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes Bautzen zur Entnahme eines Wolfes“, abgerufen am 29.10.2017

Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

(Anmerkung: Für die Richtigkeit der Angaben und Inhalte der verlinkten Webseiten wird keinerlei Gewähr übernommen)

 

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