Nordrhein-westfälische FDP ignoriert Realitäten in anderen Bundesländern!

Im jüngsten Antrag der nordrhein-westfälischen FDP-Landtagsfraktion vom 3. Mai (namentlich unterzeichnet von Christian Lindner, Christof Rasche, Karlheinz Busen und Henning Höne), wird gefordert, die Möglichkeiten des Jagdrechts bei der Wiedereinwanderung des Wolfes zu nutzen und Verbreitungsgebiete für Wölfe auszuweisen. 

Auf Deutsch: Der Wolf soll nach Ansicht der NRW-FDP ins dortige Landesjagdrecht! Auf Beobachter des Wolfgeschehens in Deutschland wirkt dieser Antrag allerdings auf den ersten Blick wie ein klassisches „Eigentor“ der FDP.

Der dieser Beurteilung zugrunde liegende Satz ist unter Abschnitt II, Punkt 4 des auf der Webseite von Henning Höne verlinkten Antrags zu finden. Dort ist zu lesen:

„Mit der Einwanderung eines so großen Raubtieres bestehen in Deutschland keine Erfahrungen.“

Richtig ist: Es gibt haufenweise Erfahrungen und nicht wenige Fachleute in Deutschland, die beständig genau das als „unsachgemäß“ oder sogar „überflüssig“ bewerten, was eine FDP-Landtagsfraktion nun (erneut) fordert.

Der Antrag offenbart: Die NRW-FDP verfügt offenbar nicht über ausreichende eigene Kenntnisse, die mit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland verbundenen Herausforderungen angemessen zu beurteilen! Denn wie gesagt: Es gibt zahlreiche Erfahrungen seit dem Jahr 1998 aus anderen Bundesländern! Man sollte diese nur nicht ignorieren! Und käme vielleicht nach der Bewertung der Fakten zu einem völlig anderen Beurteilungsergebnis?

Meine spontane persönliche Empfehlung deshalb: Machen Sie Ihre Hausaufgaben und schauen Sie, liebe FDP-Landtagsfraktionspolitiker in Nordrhein-Westfalen, doch einfach einmal ins Nachbarland Niedersachsen.

Dort wurde die ähnlich lautende Forderung der dortigen FDP-Landtagsfraktion, den Wolf ins Jagdrecht zu übernehmen, vor noch nicht einmal einem Monat mit den Stimmen von CDU, SPD und Grünen abgelehnt. Aus guten Gründen!

Mit herzlichen Grüßen

Jürgen Vogler

(Quelle: Webseite des Mitglieds des NRW-Landtags Henning Höne, www.henning-hoene.de, Meldung vom 4.5.2016: „Verbreitungsgebiete für Wölfe festlegen“, abgerufen am 6.5.2016, (keine Gewähr für verlinkte Inhalte),  hier der Link!)

 

 

Kommentar verfassen