Bund der Steuerzahler bezeichnet das neue Wolfsbüro als „Einrichtung mit fragwürdigem Nutzen“!

Der „rundblick (rb)“, der aus sämtlichen Politikbereichen in Niedersachsen aktuell berichtet, meldet mit heutigem Datum, dass der Bund der Steuerzahler dem neu eingerichteten Wolfsbüro in Niedersachsen einen „fragwürdigen Nutzen“ bescheinigt. Die vollständige Begründung dafür ist den Abonnenten des Blattes vorbehalten. Bezug nimmt der Bund der Steuerzahler im kostenlos zugänglichen Teil auf Leserbriefe, die „Zweifel an dessen Sinnhaftigkeit geweckt“ hätten (hier der Link).

Kommentar:

Wenn der „Bund der Steuerzahler“ von „Nutzen“ spricht, dürfte es sich um die sinnvolle Verwendung von Steuergeldern handeln. Insofern dürfte sein Fokus auf den Kosten liegen, die einem – wenn auch eher ideell gelagertem – Nutzen gegenüberstehen. Die Kosten dürften für das Land Niedersachsen mit der Gründung des Wolfsbüros Anfang Juli 2015 im Vergleich zu den bisher getätigten Ausgleichszahlungen für Wolfsrisse in der Tat exorbitant ansteigen.

Vorbild für das mit drei Mitarbeiterinnen besetzte Wolfsbüro beim NLWKN – allerdings kann man das nur erahnen – dürfte das renommierte Wolfsbüro der „Wolfsregion Lausitz“ gewesen sein. Dessen Finanzierung und Trägerschaft stellt sich wie folgt dar: hier der Link!

Wolfsmonitor ist der Ansicht, dass ein derartiges großräumiges Experiment wie die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland – Verpflichtung gegenüber der EU-Richtlinie hin oder her – nicht allein aus staatlichen Mitteln getragen werden sollte. Gerade die Vereine und Verbände, die lange die Einrichtung eines „bundesweiten Kompetenzzentrums Wolf“ forderten, (was nun bald als „Beratungs- und Dokumentationsstelle Wolf“ realisiert wird), sollten sich nach Möglichkeit angemessen an den entstehenden Kosten beteiligen. Das dürfte bei deren zu vermutenden finanziellen Ausstattung nicht allzu schwer sein.

Auch das Wolfsmonitoring, bzw. die Arbeit der ehrenamtlichen Wolfsberater ließe sich zu einem guten Anteil „privatisieren“. Österreich macht es vor. Dort gibt es einige „Freiberufliche“, wie die Seite 4 des hier verlinkten Managementplans aus dem Jahr 2009 beweist. Das bisher ehrenamtliche Engagement der Wolfsberater in Deutschland ist zwar einerseits nicht hoch genug zu schätzen, andererseits ist es aber auch mit einem erheblichen persönlichen Aufwand verbunden, der kaum seriös (siehe auch diese beiden Beiträge, die das belegen dürften: Beitrag 1: „100 Monitoringtage je Wolfsrudel„, Beitrag 2:“Bachelorarbeit gibt Einsicht in die Komplexität großräumiger Wolfsmonitoringvorhaben„) zu leisten ist. Hier ist mittelfristig ein Umdenken erforderlich. Einen Lösungsvorschlag hierzu habe ich bereits in den letzten beiden Absätzen des Beitrags „Wolfsscouts – These 4“ dargestellt (hier der Link).

Nur, wenn die Lasten der Wolfsrückkehr angemessen auf private und öffentliche Schultern verteilt werden, kann die Wolfsrückkehr auf Dauer gelingen. Ansonsten wird es einerseits eine fortwährende politische Diskussion über die Sinnhaftigkeit jedes ausgegebenen Steuereuros für diesem Zweck und andererseits den ständigen Vorwurf, die Wolfsrückkehr sei allein politisch motiviert und werde gegen die Interessen der breiten Bevölkerung zugelassen, geben.


Herzlichst
Ihr
Jürgen Vogler

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