Verbände im Widerstreit

Acht Verbände, darunter die mitgliedsstarken Umweltverbände NABU, BUND und der Deutsche Tierschutzbund (zusammen etwa 2.000.000 Mitglieder), stellten gerade in einer gemeinsamen Stellungnahme zu Wolf und Weidetierhaltung sieben zukunftsfähige Eckpunkte vor (Wolfsmonitor berichtete, hier!). Die Kritik daran ließ jedoch nicht lange auf sich warten.

Herdenschutz müsse fachgerecht, in Wolfsgebieten flächendeckend und den örtlichen Bedingungen angepasst sein. Weidetierhalter bräuchten dafür geeignete Zäune, gut ausgebildete Herdenschutzhunde, Schulung und Beratung, so die acht Verbände.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Deutsche Jagdverband (DJV) meldeten sich daraufhin umgehend mit eigenen Pressemeldungen zu Wort.

Der Bauernverband sprach darin von der „Opferung der Weidetierhaltung für eine falsch verstandene naive Wolfsromantik“. In Regionen, die nicht wolfssicher eingezäunt werden könnten, müsste durch eine konsequente Bestandsregulierung eine Wiederansiedlung des Wolfes ausgeschlossen werden. (*1)

Der Deutsche Jagdverband kommentierte, die Gesellschaft fordere immer mehr ökologische Tierhaltung, diese werde aber bei weiter rasant ansteigenden Wolfszahlen nicht mehr realisierbar sein. (*2)

Beide Verbände gehen demnach davon aus, dass Herdenschutzmaßnahmen entweder „als flächendeckende Lösung schlichtweg nicht vorstellbar“ seien (DBV) oder die Landschaft „verdrahtet werden müsste, was die Biotopvernetzung torpediere (DJV).

Die konsequente Bestandsregulierung der Wölfe müsste deshalb – so der Bauernverband – ermöglicht und die Bejagung der Wölfe über das in Deutschland bewährte Reviersystem umgesetzt werden.

Auch der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke, glaubt scheinbar laut DLV-Pressemeldung, …“dass wir am Ende des Tages nicht am Instrument Jagd für ein sachgerechtes Wolfsmanagement vorbeikommen“.

Dabei ist offenkundig, dass weder das deutsche Jagd- und Reviersystem für die Bejagung weit wandernder Beutegreifer mit einer Lebensraumgröße von durchschnittlich zwischen 250 und 350 Quadratkilometern geeignet ist, noch Weiden auch nur annähernd in einer Größenordnung wie die Wildzäune der Forstkulturen in unseren Wäldern oder an den Autobahnen „verdrahtet“ werden müssen.


„Die Klugheit der Lehrer besteht zum größten Teil aus der Unwissenheit der Schüler.“ (Sprichwort)

Quelle: (*1) Deutscher Bauernverband: „Naturschützer opfern Weidetierhaltung für den Wolf“ vom 31.8.2017, abgerufen am 5.9.2017, hier der Link!

(*2) Deutscher Jagdverband: „Wolfsmanagement: Bestandsentwicklung unterschätzt“ vom 1.9.2017, abgerufen am 5.9.2017, hier der Link!


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

(Anmerkung: Für die Richtigkeit der Angaben und Inhalte der verlinkten Webseiten wird keinerlei Gewähr übernommen)

 

 

Kommentar verfassen