Ein Jahr Wolfsmonitor

Würde ich einen professionellen Blogger fragen, würde der vermutlich behaupten, man könne erst nach zwei bis drei Jahren feststellen, ob und wie ein Blog tatsächlich „funktioniert“. Woher ich das weiß? Ich habe mal einen gefragt… Wolfsmonitor gibt es nun auch schon seit einem Jahr. Und ich darf sagen: Der Blog „funktioniert“ bereits heute! Mehr noch, er läuft so gut, dass er meine kühnsten Vorstellungen in mehrfacher Hinsicht weit übertroffen hat! Warum?

Eine sechsstellige Zahl an Seitenaufrufen – allein im letzten Monat  –, dreiviertel davon außerhalb der „sozialen Medien“ wie Facebook und Co., das hätte ich vor einem Jahr so nicht erwartet.

Nicht selten: Anrufe und E-Mails von Wolfsfreunden jeglicher Couleur und manchmal auch ein professioneller Journalist dabei mit der Frage, wie denn eine Situation grundsätzlich einzuschätzen sei. Und nicht zuletzt: Der Zuspruch der Leser selbst. Überwiegend sehr positiv!

Ich habe außerdem eine Menge in dieser Zeit gelernt. Technische Dinge, aber zum Beispiel auch, dass es den typischen „Wolfsfreund“ gar nicht gibt. Unter ihnen gibt es – ähnlich wie in der politischen Landschaft – Idealisten, Fundamentalisten, Realisten und Romantiker.

Man könnte sie noch feiner abstufen, was ich jetzt jedoch nicht tun werde. Interessant ist, dass jeder dieser etwas anders „tickenden“ Wolfsfreunde in den sozialen Medien seine eigene Heimat mit vielen Gleichgesinnten finden kann. Von einheitlicher Geschlossenheit unter ihnen kann dennoch keine Rede sein.

Über die „Wolfsgegner“ kann ich wenig sagen. In den sozialen Medien suchen sie – so mein Eindruck – nach jedem halbwegs brauchbaren Argument, warum der Wolf nicht nach Deutschland gehört.

Andersherum machen das die Wolfsbefürworter genauso und trotzdem, das Schicksal der Wölfe mag zwar in Begleitung dieser „Hintergrundgeräusche“ auf Facebook & Co. entschieden werden, sicherlich jedoch nicht dort. Insofern erstaunt es mich immer wieder, wie viel Zeit manche dort verbringen.

Trotzdem möchte ich diese Kommunikationsplattformen nicht missen, da sich dadurch zwischenzeitlich einige gute Bekanntschaften ergeben haben. Teilweise haben wir uns sogar schon persönlich kennen gelernt. Und einige wenige aus diesem Personenkreis schaffen es dann auch tatsächlich, wichtige Impulse für eine erfolgreiche Integration der Wölfe in Deutschland zu setzen.

Worüber ich mir auch lange Gedanken gemacht habe: Über die Bedeutung von so genannten „Likes“ auf Facebook. Ich bin dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass sie gar nicht so unwichtig sind, geben sie doch einem neuen und recht unbedarften Leser eine gewisse Orientierung darüber, ob auch andere Leser die Webseite in gewisser Weise „ernst“ nehmen. Mit über 1.000 „Gefällt mir-Bekenntnisse“ bereits nach einem Jahr bin ich natürlich mehr als zufrieden. Weil sie für mich auch eine kleine Bestätigung darstellen, dass ich mich mit Wolfsmonitor auf dem richtigen Weg befinde.

Inhaltlich möchte ich an dieser Stelle nichts weiter zu den Wölfen schreiben. Das mache ich häufig genug auf meiner Webseite.

Bedanken möchte ich mich! Und zwar bei allen Kolumnisten, Interviewpartnern, Gastautoren, Kommentatoren, Socialmedia-Freunden und schließlich auch bei allen Lesern! Ohne Euch wäre dieser Blog schlichtweg überflüssig!

Und nun geht es mit dieser Webseite ins zweite Jahr. Sollte ich mit meiner Ausgangsthese im April 2015 recht behalten (ich schrieb damals, dass sich das Schicksal der Wölfe in Deutschland in den nächsten drei bis fünf Jahren entscheiden wird), dann bleiben ja noch zwei bis vier Jahre. Es gibt also noch viel zu tun!

Wäre toll, wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, die Gastautoren und mich dabei auch weiterhin begleiten!

Herzliche Grüße

Jürgen Vogler

 

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