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“Statistischer Fliegenschiss”

Ob nun absichtlich oder nicht: Als die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) im August letzten Jahres mit der offenkundig selbst erhobenen Zahl von angeblich mehr als 3.500 gerissenen Nutztieren seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland indirekte Wahlkampfhilfe leistete, indem sie damit quasi den Wolfsgegnern eine Argumentationshilfe in die Hand spielte (die sich allerdings als zweifelhaft erwies, siehe hier!), war der Aufschrei allenthalben groß. Die übergrosse Zahl der angeblichen Wolfsrisse wurde von vielen Medien einfach unkritisch weiterverbreitet. (*1)

GzSdW fordert Jäger und Sportschützen auf, ihren Beitrag zur Aufklärung der Wolfsabschüsse zu leisten

Nachdem jetzt erneut ein illegal geschossener Wolf gefunden wurde (WM berichtete, hier!), setzt auch die Gesellschaft zum Schutz der Wölfe (GzSdW) eine Belohnung in Höhe von 3.000 € für sachdienliche Hinweise zur Ergreifung des Täters aus.

Wölfe „konsequent töten“?

Ein guter Freund von mir pflegt hin und wieder zu sagen: „Jeder steht für etwas.“ Wofür Martin Bäumer als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion in Niedersachsen neben seinem Politikerjob offensichtlich auch noch steht, machte er nun deutlich. „In Deutschland leben zurzeit 1.000 Wölfe, 2022 werden es über 4.000 und 2030 über 40.000 Wölfe sein.“ Dieser jährliche Zuwachs von rund 30%, so Bäumer, wird es notwendig machen, auch in Niedersachsen Wölfe „konsequent zu töten“.

Wölfe bei Wikipedia

Zurzeit erregt ein Wikipedia-Eintrag unter dem Stichwort „Wolf“ die Gemüter. Da ist im Abschnitt „Bestand in Europa“ über die deutsch-polnische-Wolfspopulation folgender Eintrag zu lesen (Auszug):

Der Wolf im “Focus” – Journalisten als „Allzweckwaffen“?

Sie schreiben über den Brexit, Flüchtlingsheime, Angela Merkel oder Bud Spencer. Damit sind sie – so wirkt es zumindest auf mich – die „Allzweckwaffen“ ihrer Auftraggeber, in diesem Fall des Focus-Magazins. Die Rede ist von den beiden Journalisten Julian Kutzim und Andreas Grosse Halbuer. (*1)

Jetzt schrieben sie über den Wolf. Das Ergebnis: Gekonnt formuliert, jedoch wurde kaum ein gängiges Klischee, wie z.B. das des „ökobewegten Stadtbewohners“, ausgelassen.

Ein Jahr Wolfsmonitor

Würde ich einen professionellen Blogger fragen, würde der vermutlich behaupten, man könne erst nach zwei bis drei Jahren feststellen, ob und wie ein Blog tatsächlich „funktioniert“. Woher ich das weiß? Ich habe mal einen gefragt… Wolfsmonitor gibt es nun auch schon seit einem Jahr. Und ich darf sagen: Der Blog „funktioniert“ bereits heute! Mehr noch, er läuft so gut, dass er meine kühnsten Vorstellungen in mehrfacher Hinsicht weit übertroffen hat! Warum?