Aus jeder Mücke einen Wolf machen?

Wölfe eignen sich selten für positive Presseschlagzeilen. Das wird kaum jemand bestreiten.

Weil jedoch das Interesse in der Bevölkerung an den rückkehrenden Beutegreifern gewöhnlich sehr groß ist, wird von einigen Verlagshäusern nahezu jeder halbwegs geeignete Anlass genutzt, um mit ihrer Hilfe mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen – egal ob nun berechtigt oder unberechtigt…

Wird das Gerücht eines Wolfsübergriffs erst einmal in die Welt gesetzt, lässt es sich später allerdings nur noch schwer ausräumen.

Nicht selten wird der labilen Akzeptanz der Wölfe auf diese Weise ein großer Schaden zugefügt… (…wie z.B. hier! – *1). Oft leider unberechtigt!

Das mit den negativen Schlagzeilen zusammenhängende Akzeptanzproblem dürfte sich allerdings als Medaille mit zwei Seiten entpuppen. Es könnte – sollte ein Verlagshaus es dabei übertreiben – früher oder später auch auf das berichterstattende Medium selbst abfärben.

Leser sind heute im Gegensatz zu früher – dank des Internets – nicht mehr auf ein lokales Zeitungs-Abonnement angewiesen, um sich zu informieren.

Das spüren viele Verlagshäuser landauf und landab wegen zurückgehender Verkaufszahlen schon seit Jahren, sollte sie aber dennoch nicht dazu verleiten, aus jeder Mücke einen Wolf zu machen.

Wohl denen, die sich diesem Trend entweder entziehen oder ihm wenigstens fachlich angemessen begegnen können!

Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler


(Quelle: MK-Kreiszeitung, www.kreiszeitung.de, Artikel vom 7.6.2016: „Pony in Hanstedt gebissen und verletzt – war es ein Wolf?“, abgerufen am 8.6.2016, hier der Link!)

 

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