Eine Obergrenze für Wölfe?

Anfang Juni sprach Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) von einer „Obergrenze für Wölfe“. Mitte Juli folgte ihm der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) mit einer ähnlichen Aussage. (1)(2)

 


Befasst man sich bei der SPD hinter verschlossenen Türen etwa ernsthaft damit, die Ausbreitung der rückkehrenden Wölfe zu begrenzen?

Wohl nicht nur dort. Erst kürzlich sprach auch der Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg (LJVB), Dr. Dirk-Henner Wellershoff davon, dass „angesichts der rasant steigenden Wolfspopulation und der wachsenden Probleme endlich festgelegt werden muss, wie viele Wölfe Brandenburg ertragen kann und will.“ (*3)

Wolfsexperte Ulrich Wotschikowsky nahm nach den Äußerungen von Till Backhaus umgehend auf seiner Webseite „Wolfsite“ fachlich dazu Stellung (im Wortlaut *4):

„Was ist denn los? Die Festlegung von „Obergrenzen“ für Wölfe wird von der EU strikt ausgeschlossen, da ist nichts „offen.“ Zudem haben Obergrenzen nichts mit dem „Schutz der Bevölkerung“ zu tun, wie es die Presseerklärung suggeriert. Ein solcher ist Sache eines guten Monitorings und Managements – zuständig dafür ist das Land, nicht der Bund. Bei gerade mal zwei Rudeln in dem großen, dünn besiedelten MeckPomm ist das im Übrigen auch keine Frage, die derzeit erörtert werden muss.

Der „günstige Erhaltungszustand“ einer Population ist in der FFH-Richtlinie der EU längst definiert und erklärt: Er liegt bei 1.000 erwachsenen Tieren für eine eigenständige Population; wenn diese im Austausch mit anderen Populationen steht, genügen 250. Dabei werden politische Grenzen ausgeblendet – die Zahlen gelten also für die deutsch-westpolnische Flachlandpopulation, nicht für das Land MeckPomm oder für die BRD. Die Kompetenz dazu liegt bei der EU, nicht beim Bund. Was also reitet die Ministerialbürokratie, jetzt solche „Forderungen“ zu stellen?“

Dem ist nichts hinzuzufügen!

Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler

Quellen: (1) (2) NDR, www.ndr.de, (1) Artikel: „Minister hält Obergrenze für Wölfe denkbar“ vom 3.6.2016, abgerufen am 21.8.2016, hier der Link! und (2) Artikel: „Neuntes Wolfsrudel in Niedersachsen nachgewiesen“ von Kerstin Geisel am 15.7.2016, abgerufen am 21.8.2016, hier der Link!; (3) Deutscher Jagdverband, www.jagdverband.de, Pressemitteilung vom 17. August 2016: „Wolf sorgt für steigende Wildschäden“, abgerufen am 21.8.2016, hier der Link!,(4) Wolfsite – Forum Isegrim, www.woelfeindeutschland.de, Artikel von Ulrich Wotschikowsky: „Wolfstagung in Schwerin“ vom 3.6.2016, abgerufen am 16.8.2016, hier der Link!

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