Jede Zeit hat ihre Helden…

Als ich vor vielen Jahren meinen Jagdschein machte und mich deshalb auch für die Anschaffung eines Jagdhundes interessierte, waren seine Schriften allgegenwärtig. Gemeint ist der Sachbuchautor Bernd Krewer, ein ausgewiesener Jagdhundespezialist.


 

In den letzten Jahren, in denen ich kaum noch jagdlich aktiv war, geriet er bei mir allerdings mehr und mehr in Vergessenheit. Neuerdings versucht Krewer sich offenkundig darin, die Bedeutung der Wolfsrückkehr nach Deutschland zu interpretieren.

Dagegen ist grundsätzlich auch gar nichts einzuwenden. Krewer tut es öffentlich. Und somit dürfte auch nichts dagegen sprechen, öffentlich dazu Stellung zu nehmen.

Die aufgeführten Argumente Krewers enthalten leider wenig Neues. Das alles konnte man bereits irgendwo anders schon ein- oder mehrere Male lesen, was einige dieser Behauptungen leider nicht richtiger macht. Nicht wenige seiner Darlegungen wurden auch bereits fachlich widerlegt (z.B. mögliche „Wolfsgebiete“).

Krewer äußert in seinem Beitrag auf „Outfox-World“ (*1) den bedeutungsschwangeren Satz:

„Noch haben Ideologien die Oberhand und Fakten werden einfach ausgeblendet und ignoriert. Das kann und wird nicht lange gut gehen!“

Richtig, Herr Krewer!

Fakt ist, dass wir auch nach 18- jähriger Anwesenheit von Wölfen in Deutschland und mit einem Bestand von zurzeit ungefähr 400 dieser Beutegreifer eine nur überschaubare Anzahl von tatsächlichen Problemen haben.

Fakt ist aber auch, dass zu den von Krewer genannten Ideologien ebenso maßgebliche Teile des deutschen Waidwerkes gehören. Und zwar die Teile, die ebenfalls gerne – gefangen zwischen Tradition und jagdlichem Brauchtum – Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse ausblenden oder ignorieren.

Krewers Worte:

„…Irgendwann wird man die Jäger bitten (müssen), helfend einzugreifen. Ich jedenfalls werde mich dann sehr, sehr lange bitten lassen…“,

…lassen darauf schließen, dass er über alternative Szenarien zur Bejagung von Wölfen nicht einmal ernsthaft nachgedacht hat.

Und deshalb verkennt er möglicherweise (aus „Betriebsblindheit“?) die tatsächliche Lage. Denn nie war die Wahrscheinlichkeit höher, als Jäger lange darauf warten zu müssen, gebeten zu werden…

Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler

(Quelle: (*1) Outfox-World, www.outfox-world.de, Gastbeitrag von Bernd Krewer am 6.9.2016:“Der Wolf in Deutschland – Ideologien und Fakten“, abgerufen am 7.9.2016, hier der Link!)

 

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