Keine Vergrämung in Sachsen? Wolfsfreunde im Netz sind empört!

Als heute Nachmittag die Meldung über die Ticker lief, dass der seit Mitte November immer wieder bei Teicha – Neuhammer – Alte Ziegelei (Gemeinde Rietschen, LK Görlitz) auftauchende Wolf mit dem Spitznamen „Pumpak“ (der Fette) jetzt abgeschossen werden soll (hier!), wurde im Netz vor allem folgende Frage laut:

Warum hat man bisher nichts darüber vernommen, dass es Versuche gab, den Wolf zu fangen, zu besendern und/oder zu vergrämen?

Gebetsmühlenartig wurde bisher deutschlandweit kaum eine Gelegenheit ausgelassen zu „predigen“, dass eine „Entnahme“ stets das „letzte Mittel“ sei und vorher „gefangen“, „besendert“ und „vergrämt“ werde.

Auch die Handlungsempfehlungen im Wolfsmanagementplan Sachsens verlangen üblicherweise diese Maßnahmen vor einer Entnahme, außer bei „Gefahr im Verzuge“ selbstverständlich.

Warum hat man eigentlich so ein Regelwerk, wenn man sich am Ende nicht daran hält, fragen sich demnach einige.

Und darüber, dass die Naturschutzverbände in die Abschussentscheidung einbezogen wurden, war bisher auch nichts zu vernehmen. Vor der „Entnahme Kurtis“ in Niedersachsen im April 2016 wurden diese zumindest vor der Entscheidung dazu befragt.

Selten ergab sich bisher in Deutschland – so wirkt es zumindest aus der Ferne – so deutlich die Chance, eigene Erfahrungen mit Vergrämungsversuchen zu machen. Hier lässt man nach rund zwei Monaten offensichtlich gerade diese Chance verstreichen.

Es sei denn, es liegen interne Erkenntnisse über die Gefährlichkeit dieses Wolfes vor, die der Öffentlichkeit noch nicht bekannt gemacht wurden und die den sofortigen Abschuss rechtfertigen.

Die Verantwortlichen haben offensichtlich noch so einige Fragen zu beantworten…


Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler

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