Das „Hart aber Fair“-Resümee: 3Sat wäre der richtige Fernsehtipp gewesen!

Ein ungewöhnlich zurückhaltender, weil vermutlich mit dem Thema nicht so vertrauter Moderator, ein deutlich fehlbesetzter Wirtschaftsjournalist, außerdem der Archetyp des rückwärtsgewandten Naturnutzers auf der einen Seite, und drei, deren tägliches Brot der Naturschutz ist, auf der anderen Seite.

Sie diskutierten ungefähr 30 Minuten lang über herkömmliche aber auch alternative Formen der Wald- und Forstwirtschaft, 20 Minuten über Wölfe und außerdem darüber, wie Naturschutzauflagen Investitionsvorhaben beeinflussen können und manchmal sogar widersprüchlich sind, beispielsweise dann, wenn Windkraftanlagen Vögel schreddern. Aus meiner Sicht zu viele Themen für die zur Verfügung stehende Zeit.

Ich beschränke mich hier mal darauf, das Zeitfenster zu betrachten, in dem es um freilebende Wölfe ging. Der aus meiner Sicht hier völlig fehlbesetzte Wirtschaftsjournalist Roland Tichy fiel bei diesem Themenblock allein durch seine Fehleinschätzung auf, die Wölfe würden aus irgendwelchen Gehegen stammen.

Der „Prinz“ (Franz Prinz zu Salm-Salm) eher dadurch, dass er im Vergleich zum letzten Mal beim MDR (hier!) etwas weniger polarisierte und am Ende sogar Peter Wohllebens Zitat stützte („Wo der Wolf lebt, wächst der Wald“), schließlich aber dennoch Ängste schürte („Was, wenn Wölfe Nutztiere auf die Straßen treiben“) und auch immer noch das von Fachleuten widerlegte Märchen erzählte, freilebende Wölfe ließen sich in Deutschland auf gewisse „Reservate“ begrenzen.

Deutlich professioneller und versierter ging es da auf der Seite von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sowie NABU-Präsident Olaf Tschimpke und Peter Wohlleben zu, die zwar zu informieren wussten, was ihnen letztlich aber aufgrund der knappen Zeit bei den komplexen Themenfeldern nur bruchstückhaft gelingen konnte.

Hat die Sendung „Hart aber Fair“ hier am Ende zu viel gewollt? Ich glaube ja!

Sympathisch außerdem, als Peter Wohlleben die Abschlussfrage von Frank Plasberg, als welches Tier er ggf. wiedergeboren werden will, mit „Wolf“ beantwortete (…wegen des wölfischen Familiensinns und dessen Hang zu langen Reisen).

Und ich ärgerte mich gestern Abend noch lange nach der Sendung darüber, dass ich meinen Leserinnen und Lesern gerade diese ARD-Diskussionsrunde empfohlen habe und nicht die sehenswerte 3Sat-Doku „Die vielen Wölfe der Schweiz“, die ebenfalls gestern Abend lief, allerdings bereits um 20:15 Uhr (*2). Das allerdings hole ich hiermit gerne nach!

Über diesen Link gelangen sie direkt zum Video dieser 3Sat-Sendung!


Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler


Quellen:

(*1) Das Erste, WDR, Hart aber Fair, www1.wdr.de, Sendung am 23.01.2017: „Mensch raus, Wolf rein – wie viel Naturschutz verträgt unser Land?“, abgerufen am 24.1.2017, hier die Aufzeichnung der Sendung!

(*2) 3sat, www.3sat.de, NETZ NATUR: „Die vielen Wölfe der Schweiz“, Sendung vom 23.1.2017, 20:15 Uhr, abgerufen am 24.01.2017, hier das Video!

 

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