Hans-Joachim Janßen beim Thema Wolf zur niedersächsischen CDU: „Sie betreiben vor der Wahl blanken Populismus.“

Zur Sache ging es gestern in Hannover auf der letzten Landtagssitzung vor der Wahl in Niedersachsen im Oktober. Bernd Althusmanns Schattenminister für das Umweltministerium, Frank Oesterhelweg, teilte gegen die Regierung, insbesondere aber gegen den amtierenden Umweltminister, Stefan Wenzel, aus.

Die Wolfsromantik sei geplatzt wie eine Seifenblase im Herbstwind, so Oesterhelweg. „Die Menschen wollen diesen Unsinn, dieses Tierleid, diese zynische Politik nicht mehr“. (*1)

Wenzel entgegnete, die CDU – und in ihrem treuen Gefolge auch die FDP – setze offenbar darauf, als Anti-Wolf-Partei in die Geschichte einzugehen. Die CDU sei es einst gewesen, die den Wolf besonders willkommen geheißen habe.

Und jetzt mache die CDU Wahlkampf gegen den Wolf. Recht und Gesetz würden dabei offenbar nur am Rande interessieren. Allwöchentlich werde im Lande eine neue Forderung von dieser Partei präsentiert – nur mit den Rechtsgrundlagen hapere es.

Wenzel verwies auf die (auch auf Wolfsmonitor vorgestellte) HAZ-Umfrage, bei der fast 75 Prozent der Befragten gegen den Vorschlag der CDU waren, Wölfe zum Abschuss freizugeben.

Das Umweltministerium sei in den vergangenen Jahren nicht untätig gewesen. Man habe …“die Wolfsrichtlinien konkretisiert, den Arbeitskreis Wolf weiterentwickelt, die Wolfsberater geschult, das Wolfsbüro eingerichtet, das Monitoring verschärft, die Herdenschutzkulisse erweitert, die Prävention ausgebaut, den Zaunbau forciert, die Informationen verbessert, die Kommunikation qualifiziert, den internationalen Erfahrungsaustausch intensiviert“… und man habe…“die finanziellen Mittel insbesondere auch für die Erstattungsleistungen an die Nutztierhalter aufgestockt.“

Zurzeit arbeite man am Herdenschutzteam und der weiteren Beschleunigung der Abläufe und Zahlungen.

Minister Wenzels vollständige Rede können Sie hier abrufen! (*2)

Der Sprecher für Agrarpolitik, Naturschutz, Forstwirtschaft, Fischerei und Raumordnung der Grünen im Niedersächsischen Landtag, Hans-Joachim Janßen, schlug in dieselbe Kerbe:

„Wenn Sie sich hier hinstellen, meine Damen und Herren von der CDU, und sagen: wenn wir regieren, werden wir die Wölfe in Niedersachsen nachhaltig dezimieren, dann glaube ich Ihnen das nicht. Auch Sie werden nicht vorsätzlich und dauerhaft gegen EU/-Recht verstoßen. In keinem Bundesland werden Wölfe bejagt. Sie betreiben vor der Wahl blanken Populismus. Damit blenden Sie die Menschen im Land. Damit helfen Sie den Betroffenen nicht.“

Die vollständige Rede des Landtagsabgeordneten Janßen finden Sie hier! (*3)


Quellen:

(*1) NOZ, 20.9.2017: „Wolfsrisse: CDU wirft Landesregierung Zynismus vor“, abgerufen am 21.9.2017, hier der Link!

(*2) Rede des Niedersächsischen Ministers für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stefan Wenzel, Aktuelle Stunde im Landtag (20.09.2017), www.umwelt.niedersachsen.de, abgerufen am 21.9.2017

(*3) Hans-Joachim Janßen, www.hanso-janssen.de, 20.09.2017, Rede Hans-Joachim Janßen: Aktuelle Stunde (CDU) zum Wolf in Niedersachsen, abgerufen am 21.9.2017


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

(Anmerkung: Für die Richtigkeit der Angaben und Inhalte der verlinkten Webseiten wird keinerlei Gewähr übernommen)

Kommentar verfassen