Am Ende`ne „Ente“? – Urlauberin in Griechenland von Wölfen gefressen?

Selbst die großen Namen der Medienlandschaft „posaunten“ zuletzt die Meldung heraus, dass eine Touristin aus England in Griechenland von Wölfen gefressen wurde. Müssen sie sich nun ein weiteres Mal vorwerfen lassen, zur „Lückenpresse“ zu gehören? Es sieht ganz danach aus.

Die „Gruppe Wolf Schweiz (GWS)“ beispielsweise schrieb auf der vereinseigenen Facebook-Seite gestern:

„Heute geistert die Meldung durch die Presse, wonach eine britische Touristin in Griechenland von Wölfen getötet worden sei. Dazu müssen wir einige Dinge richtig stellen:

– Die Polizei ermittelt noch immer wegen eines Gewaltverbrechens, da die Todesursache noch nicht abschliessend geklärt ist. Wer oder was die Dame getötet hat, ist bisher nicht klar.

– der Gerichtsmediziner, welcher angeblich den Wolf als Täter festgestellt haben will, distanzierte sich auf Anfrage von dieser Aussage.

– im Gebiet des Vorfalles scheint es keine stabile Wolfspräsenz zu geben. Eine solche ist erst weiter im Landesinneren bekannt. Dafür sind viele streunende Hunde bekannt.

– das Opfer telefonierte während des Angriffes mit Verwandten in Grossbritannien, bevor die Verbindung abbrach. Sie sprach davon, dass sie von Hunden angegriffen werde.

Vorerst spricht also kaum etwas für Wölfe als Angreifer, einzig die Aussage eines Untersuchungsbeamten. Genetische Untersuchungen sind im Gange und werden hoffentlich Klarheit schaffen.“ (*1)

Wolfsfachmann Ulrich Wotschikowsky, Mitglied der renommierten Wolfsexperten-Vereinigung „Large Carnivore Initiative for Europe (LCIE)“ nimmt auf seinem Blog „Wolfsite“ ebenfalls zu dem Vorfall Stellung und kommt nach einer Mitteilung seines griechischen „LCIE-Kollegen“ Yorgos zu dem Ergebnis:

„Zur Stunde, so Yorgos, gebe es keinerlei Hinweise darauf, dass die bedauernswerte Frau von Wölfen getötet wurde.“ (*2)

Das Ganze scheint also mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine umfassende Zeitungsente hinauszulaufen. Zumindest was die oder den Täter betrifft. Der Tod der Frau – wie auch immer er erfolgt ist – bleibt bedauernswert. Den Imageschaden tragen am Ende dennoch mal wieder….?


Quellen:

(*1) Facebook-Seite der Gruppe Wolf Schweiz (GWS) , Eintrag vom 28.9.2017,abgerufen am 30.9.2017, hier der Link!

(*2) Wolfsite, www.woelfeindeutschland.de, Ulrich Wotschikowsky am 29.9.2017: Tragödie in Griechenland – waren es Wölfe, abgerufen am 30.9.2017, hier der Link!


Beitragsfoto: Heiko Anders, www.andersfotografiert.com

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