Bringen Online-Petitionen wie die zur Rettung „Pumpaks“ tatsächlich etwas?

Zurzeit wird wieder heftigst protestiert. Doch anders als in früheren Zeiten ist das heute bequem vom heimischen Sessel aus möglich. So ganz stimmt das jedoch offenbar auch nicht – böse Zungen behaupten nämlich, dass bereits die Revolution 1848/49 in Deutschland aufgrund des schlechten Wetters überwiegend in der Musik stattfand.

Aber Spass beiseite, Online-Petitionen gehören heute – zumindest für zahllose internetaffine Zeitgenossen – schon fast zum (demokratischen) Alltag. Ob man allerdings wirklich jenseits der großen Themen, wie zum Beispiel die Organisation Campact (hier!) sie regelmäßig aufgreift, damit überhaupt etwas bewirken kann?

Schaut man beispielsweise nach Norwegen, so stellt man fest, dass dort noch im Dezember die Verantwortlichen nach heftigsten Protesten ihre ursprüngliche Entscheidung korrigierten und statt 47 der schätzungsweise insgesamt 68 in Norwegen lebenden Wölfe „nur noch“ 15 Wölfe zum Abschuss freigaben. Online-Petitionen spielten bei den Protesten eine maßgebliche Rolle. (hier!)

Der deutsche Wildbiologe Jan Olsson übergab einige Monate früher, im März 2016, eindrucksvolle 70.000 Unterschriften einer Online-Petition zur „Rettung der Goldenstedter Wölfin“ öffentlichkeitswirksam an den Niedersächsischen Minister Stefan Wenzel, der seinerzeit gerade von einigen Interessensgruppen wegen zahlreicher Übergriffe einer Wölfin auf meist ungeschützte Nutztiere unter „Druck“ geriet. (hier!)

Und heute ist es eine Internetpetition zur Rettung eines deutsch-polnischen „Grenzgängerwolfes“ mit dem Spitznamen Pumpak, die bereits nach wenigen Tagen mit mehr als 25.000 Unterzeichnungen eindrucksvoll belegt, dass der Unmut über die Abschussentscheidung in Sachsen in dieser Sache geradezu enorm ist, vermutlich zumindest erheblich größer, als den Verantwortlichen dort lieb sein dürfte. (hier geht es zur entsprechenden Petition!)

Aber auch im Nachbarland Schweiz versucht man zurzeit, auf derselben Internetplattform den Abschuss eines gerade erst entdeckten Jungwolfes des Augstbordrudels zu verhindern (hier der Link!)

Ihre volle Wirkung werden die Initiativen allerdings erst dann entfalten, wenn die Natur- und Wolfsschutzorganisationen – nach ihrer angekündigten Überprüfung möglicher juristischer Schritte – tatsächlich Rechtsmittel gegen die Entscheidungen einlegen.

Bis dahin „funktionieren“ die Online-Petitionen – allein, weil sie keinerlei rechtlich bindende Wirkung haben – vor allem als Indikator für den jeweiligen latent vorhandenen „Unmutspegel“ …


Herzlichst

ihr

Jürgen Vogler


Quellen:

(*1) Change.org, www.change.org, Petition: „Wolf Pumpak muss weiter leben“, Urheberin Brigitte Sommer, abgerufen am 27.01.2017, hier der Link!

(*2) Change.org, www.change.org, Petition: „Stoppt den zweiten Jungwolfabschuss im Augstbordrudel!“, Urheber: Freunde der Augstbordwölfe, abgerufen am 27.01.2017, hier der Link!

 

 

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