Jogger durch Wolf verletzt + Update!

Update 22:00 Uhr:


In einem Beitrag des Senders NDR äußerte Staatssekretärin Almut Kottwitz am Abend, dass man im niedersächsischen Umweltministerium bezweifele, dass es sich bei dem dargestellten Vorfall um Wölfe gehandelt habe (*2). Das Erscheinungsbild der Tiere deute nicht auf Wölfe sondern auf Hunde hin. Das würde erklären, warum der Vorfall überhaupt erst nach drei Wochen bekannt wurde, er war aus Sicht des Umweltministeriums vermutlich nicht weiter „erwähnenswert“. Die auf „Rot“ gesetzte Wolfsampel setze ich aus diesem Grund wieder auf „Grün“!


 

Ursprünglicher Artikel:

Ist er das, der erste Vorfall in Deutschland, bei dem sich ein Wolf einem Menschen gegenüber aggressiv zeigt? Einer Meldung der Landeszeitung Lüneburg (LZ) vom heutigen Tag nach könnte es so gewesen sein (*1).

Doch was genau war geschehen?


Am ersten Weihnachtstag, also bereits vor rund 3 Wochen, soll ein Jogger, der mit Kopfhörern im Ohr durch den Gartower Forst gelaufen ist, zwei sich nähernde Wölfe erst bemerkt haben, nachdem einer der beiden – als der Jogger schreckhaft die Hand wegzog – daran „geknabbert“ (nicht gebissen) haben soll. Der Jogger soll dabei leicht verletzt worden sein.

Für den hinzugezogenen Wolfsberater Peter Burkhardt, der den Vorfall bestätigte, ist ziemlich klar, dass es sich dabei um zwei Jungwölfe aus dem vergangenen Jahr handelte, die nicht das erste Mal durch mangelnde Distanz zu Menschen aufgefallen sind. Er empfiehlt deshalb die sogenannte „Entnahme“, womit er in diesem Fall nicht den Fang und die anschließende Besenderung der Wölfe meint, sondern ihren Abschuss.


Kommentar:

Sollten sich die Angaben des Joggers bestätigen und die Wölfe sich ihm aktiv genähert und ihn dabei berührt haben, könnte man zwar nun der Ansicht sein, dass die unerfahrenen Jungwölfe neugierig waren und „nur spielen“ wollten. Sie haben damit allerdings die Toleranzgrenze deutlich überschritten. Dieses Wolfsverhalten muss als „dreist“ bezeichnet werden und ist so nicht hinnehmbar. Ob die Umstände es erlauben, die Wölfe vor einem möglichen Abschuss zu besendern und aktiv zu vergrämen, kann aufgrund des vorliegenden Presseberichts nicht beurteilt werden. Zurzeit wird das auch nur unter größten Schwierigkeiten möglich sein, wie der Fall in Goldenstedt zeigt. Dort will man bereits seit rund zwei Monaten eine vermeintlich rissauffällige Wölfin fangen und besendern. Bisher erfolglos.


Der zuständige Wolfsberater Peter Burkhardt äußert sich klar. Ihm ist zu glauben, auch wenn es sich zurzeit von mir nicht nachvollziehen lässt, was er meint, wenn er sagt, dass genau diese Wölfe „nicht das erste Mal durch Distanzlosigkeit aufgefallen sind“.

Und das ist für mich die entscheidende Frage: Konnte man vorhersehen, dass die Lage in Gartow nach bereits vorangegangenen harmloseren Wolf- Mensch-Begegnungen irgendwann einmal eskaliert? Und warum wurde dann nicht früher etwas unternommen?

Das niedersächsische Umweltministerium will sich heute im Verlauf des Tages zu diesem Fall äußern. Man darf gespannt sein, zu welchen Ergebnissen das Ministerium kommt und ob dabei neue Fakten bekannt werden.

Ich sehe aufgrund der vorliegenden Informationen dringenden Handlungsbedarf. Die von mir für solche Fälle entwickelte „Wolfsampel“ steht deshalb auf Rot! Was es mit dieser Ampel auf sich hat, kann in der 1. Wolfsmonitor-These nachgelesen werden, hier finden Sie den entsprechenden Link!


Ich finde es allerdings höchst bedenklich, dass ein solcher Vorfall erst nach rund 3 Wochen bekannt wird. Die Bevölkerung rund um den Gartower Forst hat ein Anrecht darauf, bei vermeintlich verhaltensauffälligen Wölfen schneller informiert zu werden.


Herzlichst

Ihr

Jürgen Vogler


Quellen:

(*1) Landeszeitung Lüneburg (LZ): Artikel „Wolfsbegegnung mit Folgen“ vom 13.01.2016,

(*2) NDR- Hallo Niedersachsen, 19:30 Uhr, Sendung vom 13.01.2016, abgerufen am selben Tag  hier der Link!

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