„Mahnfeuer“ und „Wolfswachen“ nichts als Effekthascherei!

Acht symbolische Feuer wurden vorgestern in Niedersachsen angezündet, der NDR bezeichnete diese als „Mahnfeuer gegen Wölfe“. In Brockhimbergen im Landkreis Uelzen sollen sogar „Dutzende“ an diesem eventartigen Ereignis teilgenommen haben. Mangels Alternativen, behaupten böse Zungen. Der NDR spricht süffisant von „Bürgerprotest“!

Wie gewöhnlich an vorderster Front wenn es darum geht, medial möglichst viel Aufsehen zu erregen: Wendelin Schmücker, Vorstandsmitglied im Förderverein der Deutschen Schafhaltung. Dem NDR gegenüber äußerte er im Zuge der „Mahnfeuer“, dass man “auch an einem Austausch mit denen interessiert sei, die sich für mehr Wölfe im Land einsetzen.“ (*1)

Die allerdings interessieren sich offensichtlich nicht besonders für den sendungsbewussten Schmücker und dessen nicht selten fragwürdig anmutenden Aktionen.

Denn da wird dem unbescholtenen Bürger schon mal mitten in der Stadt ein stinkender Kadaver vor die Füße geworfen und behauptet, es handele sich um das Schaf „Lillifee“, das einem Wolf zum Opfer gefallen sei. (hier!)

Oder es wird ein fragwürdiger, weil weitestgehend völlig unbekannter Wolfsspezialist (Laurent Garde) mühsam aus dem letzten Winkel der französischen Seealpen herangekarrt, obwohl die Umstände dort mit denen in Niedersachsen in vielerlei Hinsicht überhaupt nicht vergleichbar sind und die Ratschläge des vermeintlichen Experten deshalb völlig deplatziert wirken. Außerdem konnten viele den Gast nach seiner Ankunft in Deutschland nicht einmal verstehen.

Und nun also auch noch diese fragwürdigen „Mahnwachen“.

Mit solchermaßen Effekthascherei mag man vielleicht sogar tatsächlich für einen kurzen Moment in den medialen Mittelpunkt rücken, doch was nützt es, wenn man einerseits versucht, ein ganzes Problembündel (Bürokratie, Düngerecht, Pachtpreise, Bezahlung, etc.) politisch zu adressieren, einem andererseits jedoch offenbar niemand zuhört, wenn man nicht ausgerechnet die Wölfe dafür instrumentalisiert.

Und deshalb bleibt an den Aktionen ein fader, weil wenig seriöser Beigeschmack haften…erst recht, wenn man sich vor Augen führt, dass Agitatoren wie Wendelin Schmücker den Wölfen bereits vor Jahren jegliches Lebensrecht abgesprochen haben… (*2)

Herzliche Grüße

Ihr

Jürgen Vogler


Quellen:

(*1) NDR, www.ndr.de, am 12.5.2017: „Bürgerprotest: Mit Mahnfeuern gegen den Wolf“, abgerufen am 13.5.2017, hier der Link!

(*2) HAZ, www.haz.de, am 14.10.2014: „Schäfer fordert Ausrottung der Wölfe“, abgerufen am 13.5.2017, hier der Link!

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