Schweiz: Zweiter illegaler Wolfsabschuss in wenigen Tagen

Im Schweizer Kanton Graubünden wurde ein etwa einjähriger Wolf mit Schrot erschossen. Der Kadaver wurde unter einer Straßenbrücke in der Gemeinde Sils gefunden.

Bei dem von Waldarbeitern am Dienstag entdeckten Tier handle es sich nach bisherigen Erkenntnissen um einen im letzten Jahr geborenen Wolfsrüden, teilte das Amt für Jagd und Fischerei in Bünden nun mit.

Es sei davon auszugehen, dass der Jungwolf bereits vor einigen Tagen andernorts geschossen wurde und an den Folgen mehrerer Schrotschüsse verendete.

Danach sei er über den Rand einer Straßenbrücke im Domleschg geworfen worden. Die Jagdbehörden reichten bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Unbekannt ein. Für eine genaue Untersuchung und die Abklärung der Todesursache wurde der Kadaver dem pathologischen Institut der Universität Bern übergeben.

Es ist bereits die zweite illegale Wolfstötung in den vergangenen Tagen. Zuvor am 7. März wurde in Raron am Ufer der Rhone ebenfalls ein Wolfskadaver mit tödlichen Schussverletzungen gefunden, wie die Staatskanzlei im Wallis mitteilte.

Hintergrund:


Ende 2015 stimmte das Bundesamt für Umwelt (BAFU) in der Schweiz dem Gesuch der Kantone St. Gallen und Graubünden um Abschussbewilligung von zwei Jungwölfen aus dem Calandarudel – einem von insgesamt zwei Wolfsrudeln in der Schweiz – zu. Mit dem Abschuss der zwei Jungwölfe sollte eine Verhaltensänderung des Rudels bewirkt werden.


Am 9. März 2016 entschied der National- und Ständerat, dass Wölfe auch in Zukunft in der Schweiz nicht bejagt werden dürfen.

Siehe auch: Wolfsmonitors Interview mit David Gerke, dem Präsidenten der „Gruppe Wolf Schweiz (GWS)“ dazu: Hier der Link!

(Quelle: www.schweizerbauer.ch, Artikel vom 17.3.2016:“GR: Wolf wurde erschossen“, abgerufen am 17.3.2016, hier der Link!)

 

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