Aufgelesen – Seite 44 – Wolfsmonitor

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Herdenschutz: Tierhalter sollten die Angebote annehmen

Die Zahl der dokumentierten Nutztierrisse des unter strengen Artenschutz stehenden Wolfes ist von 2002 bis 2015 von 33 auf 714 gestiegen – also um mehr als das 20-Fache, schreibt die taz. Was auf den ersten Blick beeindruckt, relativiert sich jedoch beim näheren Hinsehen.

Denn Markus Bathen, Wolfsexperte des Naturschutzbunds (NABU), erklärt: „In dem betreffenden Zeitraum hat sich die Anzahl der Wölfe von einem Rudel auf 46 vermehrt.

Der „Säxit“ und die Wölfe

„Sachse, so heißt es, sei das Höchste, was ein Mensch auf Erden werden kann. Die klare Botschaft aus dem Freistaat lautet: Wir wollen, wir brauchen dieses Deutschland nicht, wir wissen und können es besser“, schrieb der weithin bekannte Hajo Schumacher noch vor zwei Tagen in seiner Kolumne „Schumachers Woche“ in der Berliner Morgenpost. (*1)

Warum ich mich gerade jetzt daran erinnere, als ich von Bautzens Landrat Michael Harig, der scheinbar selbst Schafe hält, las, er habe beim sächsischen Umweltministerium den Antrag gestellt, das Rosenthaler Wolfsrudel zu entnehmen?

Schweiz: Briten lachen über teuersten Wolf aller Zeiten

Die britische Zeitung „The Times“ macht sich über den teuersten Wolf aller Zeiten lustig, berichtet nun der Schweizer „Blick“. (*1)

Der Grund: Im Juni wurde „M68“ als erster Wolf nach 160 Jahren im Kanton Uri erlegt, nachdem 23 Jäger und neun Wildhüter die Jagd aufnahmen und insgesamt 1.066 Stunden benötigten, …“to shoot the beast“. (*2)

Und ewig locken die Herden….

Wenn Wolfsrudel sich erst einmal in einer Region etabliert haben, gehen dort die Schäden durch Übergriffe auf Nutztiere gewöhlich zurück. Beim Verlust eines Leittiers jedoch, aber auch beim Abschuss eines rangniederen Wolfes, neigen die desorientierten Überlebenden vermehrt zu Viehdiebstählen.

Ein Blick nach Slowenien zeigt außerdem: Die regelmäßige Tötung von Wölfen ist offenbar sinnlos. Sie führt nachweisbar nicht zu weniger Viehrissen, es sei denn, man tötet gleich ganze Wolfsrudel. Die Langzeitfolgen dieser Strategie wurden allerdings noch nicht hinreichend erforscht (Anmerkung der Redaktion: Man darf annehmen, dass bei ausreichend großer Population dann ein neues Rudel den Platz des alten Rudels einnimmt).

Zwei Wolfsrudel verunsichern Rottstocker

Journalistische Berichte, in denen Nutztierhalter kurz nach Nutztierrissen in der eigenen Herde im Stadium der persönlichen Betroffenheit öffentlich zu Wort kommen, haben meistens eine merkwürdige Qualität. Die veröffentlichten Statements spiegeln oft hoch emotionale und – was die Rolle der Wölfe betrifft – neigungsbezogene Einschätzungen der jeweiligen Situation wider, was dann manchmal wie eine Verzerrung der Realität wirkt.

Gleich zwei Wolfsrudel, das Altengrabower Rudel und das Görzke-Rudel, machten Rottstock unsicher, schrieb nun zum Beispiel Frank Bürstenbinder in der Märkischen Allgemeinen, einer weit verbreiteten Zeitung in Brandenburg. Hätte es nicht vielleicht eher (und unverzerrt) heißen müssen „Zwei Wolfsrudel verunsichern die Rottstocker?“ Aber das nur am Rande.

Österreich: Kein Beweis, dass Goldschakale Großtrappen gefährden, aber…

In Jägerkreisen begrüßt man die Aufnahme des „Eindringlings“ Goldschakal ins Burgenländische Jagdgesetz bereits. Sobald die Novelle in Kraft trete, werde die Jagd auf ihn eröffnet, schreibt die BVZ.de. (*1)

Der Hintergrund: Angeblich bedroht der aus dem Osten in die Region dringende Goldschakal ein mit mehreren Millionen an EU-Fördergelder gefördertes Artenschutzprojekt im westpannonischen Raum. Dort leben heute ungefähr 500 Großtrappen.